"profil": Russische Justiz wirft Yukos-Mitarbeiter Mordversuch an Wiener Geschäftsmann vor

Bombenattentat nach Rechtsstreit vor dem Schiedsgericht der Wirtschaftskammer Österreich

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, verdächtigt die russische Justiz einen hochrangigen Mitarbeiter des finanziell angeschlagenen Ölkonzerns Yukos, zwei Mordanschläge auf einen in Wien lebenden Unternehmer in Auftrag gegeben zu haben.

Demnach soll Alexej Pitschugin, zuletzt Leiter der "Abteilung innere und wirtschaftliche Sicherheit" des Yukos-Konzerns, versucht haben, den in Wien ansässigen Geschäftsmann Jewgeni Rybin zu ermorden.

Auf Rybin, den ehemaligen Geschäftsführer der in Wien domizilierten East Petroleum Handel GmbH wurden im Jahr 1998 in Moskau mit einer Maschinenpistole geschossen. 1999 wurde sein Auto bei einem Bombenanschlag in die Luft gesprengt. Rybin kam beide Male unverletzt davon.

Rybin war mit Yukos in einen Rechtsstreit um die Ausbeutung von Erdölfeldern in Westsibirien verwickelt, der unter anderem vor einem Schiedsgericht der Wirtschaftskammer Österreich ausgetragen wurde. Zudem hatte Rybin die russischen Behörden eigenen Angaben zufolge detailliert über angebliche Malversationen des Yukos-Konzerns informiert: "Daraufhin hat die Leitung von Yukos den Entschluss gefasst, mich töten zu lassen", erklärt Rybin gegenüber "profil". Yukos habe "auch in Wien mehrfach versucht", ihn umzubringen, so Rybin weiter.

Pitschugin wurde Ende März in Moskau in einem anderen Verfahren wegen zweifachen Mordes und mehrfachen Mordversuches verurteilt. Ein neuer Porzess soll nun unter anderem die Attentate auf Rybin klären.

Das Verfahren gegen Pitschugin wird von Menschenrechtsorganisationen heftig kritisiert. Yukos weist die Vorwürfe vehement zurück.

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