Swoboda zu PISA: Finnisches Bildungssystem ist Teil einer Grundeinstellung

In Österreich große Reformschritte notwendig

Wien (SK) PISA-Sieger Finnland investiere prozentual sehr viel in Forschung und Entwicklung, erklärte SPÖ-Europaabgeordneter Hannes Swoboda im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema "Was lernen wir aus PISA? ", zu dem die SPÖ-Meidling am Freitag weiteres Vertreterinnen der LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen geladen hatte. "Das finnische Bildungssystem ist Teil einer Grundeinstellung, wonach gute Ausbildung und hohe Forschungsintensität eine gute Vorbereitung für die Zukunft darstellen", so Swoboda weiter. Auch der Sozialstaat würde darunter nicht leiden: "Länder, die viel in das Bildungssystem investieren, haben zwar kein Null-Defizit, aber sie halten die Maastricht-Kriterien ein." ****

"Wie viel in das Bildungssystem investiert wird, ist eine Frage der Gesamtphilosophie und der Prioritätensetzung", betonte Swoboda. Investitionen würden immer Geld kosten und es stelle sich die Frage, worin investiert werde. Finnland erlebte vor ein paar Jahren eine wirtschaftliche Krise, aus der Kraft geschöpft wurde, erinnerte Swoboda und fügte bei, dass die wirtschaftliche Entwicklung des Landes jetzt sehr gut sei. "Mit Gemütlichkeit und Selbstzufriedenheit allein geht es nicht mehr", so Swoboda darauf hinweisend, dass Arbeit und Beschäftigung höchste Leistungen erfordern.

Durch die wichtige "Investition in die Köpfe der Menschen" habe Finnland auch keine Sozialausgaben gestrichen, rückte Swoboda ein Bild zurecht und stellte klar, dass die Maastricht-Kriterien und der Stabilitätspakt Investitionen in das nationale Bildungssystem nicht verhindern würden. "Auch die Ausgaben für aktive Arbeitsmarktförderung sind in Finnland hoch", sagte Swoboda. Heute sei es nicht mehr üblich, ein Leben lang den gleichen Beruf auszuüben, so Swoboda, auf die zunehmende Bedeutung der Erwachsenenbildung verweisend: "Maßnahmen müssen ergriffen werden, die einen Berufswechsel ermöglichen".

LehrerInnen sollen wieder motiviert werden =

Um in Österreich aus dem bildungspolitischen Schlamassel heraus zu kommen, seien große Reformschritte notwendig, betonte Swoboda: "Doch bisher habe ich wenig Taten gesehen, was ich besonders bedauere. " Aufgrund ihrer gesellschaftlichen Verantwortung hätte Bildungsministerin Gehrer eigentlich zurücktreten müssen, so Swoboda weiter. Die Ressourcenbeschränkungen und Kürzungen im Bildungsbereich hätten in den letzten Jahren auch zu einer Demotivation im Schulbetrieb geführt. "Alle, die in der Schule arbeiten, sollen wieder motiviert werden. Durch das Umdrehen der Demotivation in Motivation würde sich an den Schulen bereits vieles verbessern", so Swoboda abschließend. (Schluss) gg/ws

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