Hilfswerk startet zwei neue Tschernobyl-Projekte

Mobiles Kinderhospiz im Süden Weißrusslands und neues Erwachsenenhospiz in Minsk

Wien (OTS) - 19 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl
am 26. April 1986 leiden die Menschen in den verseuchten Regionen Weißrusslands immer noch an den fatalen Konsequenzen:
Schilddrüsenkrebs und Krankheiten infolge von Immunschwäche haben sich vervielfacht; die über 200.000 Umsiedler können noch immer nicht in ihre Heimat zurück. "Bei uns in Weißrussland sind 15,7 % der Krebsfälle bei Kindern Schilddrüsenkrebs - aber normalerweise bekommen Kinder überhaupt keinen Schilddrüsenkrebs. Das ist eindeutig eine Folge von Tschernobyl", sagt Natalia Savva, Leiterin des nationalen Krebsregisters. Weißrussland war wegen der Großwetterlage von der Reaktorkatastrophe am stärksten betroffen.

Genau zum Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe hat das Hilfswerk Austria von der EU und von den weißrussischen Behörden grünes Licht für die Einrichtung eines mobilen Kinderhospizes erhalten, das etwa 50-200 km von Tschernobyl entfernt in den Distrikten Bragin, Chechersk, Slavgorod und Stolin schwerkranke Kinder und deren Familien medizinisch und psychologisch zu Hause betreuen wird. Die EU-Kommission (TACIS) unterstützt dieses Projekt mit 200.000 EUR.

Dr. Heidi Burkhart vom Hilfswerk Austria: "Wir wollen die schwerkranken Kinder und deren Familien bestmöglich unterstützen. Denn diese Familien stehen unter einem ungeheuren Druck - zum psychischen Leid kommen auch noch materielle Nöte: viele der Familien, die wir betreuen, müssen mit weniger als 70 EUR monatlich über die Runden kommen!"

Das zweite neue Hilfswerk-Projekt ist der Aufbau des ersten weißrussischen Hospizes für Erwachsene. Dieses wird 150 PatientInnen versorgen - zum einen mit mobiler Betreuung, zum anderen mit einer Tagesheimstätte. Das Hilfswerk-Projekt übernimmt für 18 Monate sämtliche Personalkosten sowie die Schulung der ÄrztInnen und PsychologInnen und beschafft medizinische Geräte und Medikamente. Insgesamt stehen 250.000 EUR zur Verfügung (80% EU-TACIS, 20% Hilfswerk und Hospiz). Das Gehalt eines Hospizarztes beträgt pro Monat 250 EUR, das Gehalt einer Krankenschwester knapp 200 EUR. Ein Beatmungsgerät kostet ca. 4000 EUR.

Bereits seit 1994 unterstützt das Hilfswerk das "Belarusian Children's Hospice" (das einzige weißrussische Kinderhospiz), das inzwischen in Weißrussland mehr als 200 Kinder und deren Familien betreut. Zusätzlich zur Hospizarbeit hat das Hilfswerk gemeinsam mit der österreichischen Bundesregierung in Minsk die einzige Kinderkrebsklinik Weißrusslands aufgebaut und das Personal in Zusammenarbeit mit dem St. Anna Kinderspital geschult.

Spendenkonto: PSK 90.001.002 Kennwort "Tschernobyl"

Fotos liegen im Pressebereich von www.hilfswerk-austria.at zum kostenlosen Download.

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