Rieder: Wiener Linien 2004 - Rekord mit 735 Mio. Passagieren

Bilanz 2004: 304.000 Jahreskarten-Kunden, Fahrzeuge im Wert von 655 Mio. Euro beauftragt, UITP-Kongress 2009 nach Wien geholt

Wien (OTS) - "Noch nie waren so viele Menschen mit den Wiener
Linien unterwegs wie im vergangenen Jahr. Insgesamt 735,3 Millionen Fahrgäste im Jahr 2004 bedeuten einen neuen Fahrgastrekord und um 13,5 Millionen Passagiere mehr als im Jahr 2003. Mit einem Marktanteil von 34 Prozent an allen in der Stadt zurückgelegten Wegen sind die Wiener Linien auch das erfolgreichste Verkehrsunternehmen in Europas Millionenstädten", erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder im Rahmen der Bilanzmedienkonferenz gemeinsam mit Wiener Stadtwerke Vorstandsdirektorin Dr. Gabriele Payr und dem Geschäftsführer der Wiener Linien Dipl. Ing. Günter Steinbauer.

"Wir bauen das öffentliche Verkehrssystem in Wien weiter kontinuierlich aus und investieren massiv sowohl in neues rollendes Material sowie die Erweiterung des U-Bahnstreckennetzes", so Rieder. "150 neue Ulfs und 38 neue Garnituren für die U6 wurden im Jahr 2004 sowie 25 Silberpfeil-Nachfolgemodelle bereits im Jahr 2002 von den Wiener Linien bestellt. Der Gesamtwert der 213 neuen Schienenfahrzeuge, die im Zeitraum 2005 bis 2014 Zug um Zug ausgeliefert werden, beträgt 655 Millionen Euro. Auch der Ausbau der U-Bahn läuft auf vollen Touren. Mit der Verlängerung der U1 und der U2 wird das U-Bahn-Netz um 13,6 Kilometer und 16 neue Stationen erweitert. Das Gesamtinvestvolumen für den Streckenausbau betrug im Jahr 2004 rund 277 Millionen Euro. Insgesamt werden in den Ausbau der U1 und U2 rund 1,8 Milliarden Euro bis zur Fertigstellung investiert. Ab 2009 werden dann 74,6 U-Bahn-Kilometer mit 101 Stationen zur Verfügung stehen", so Rieder.

Mit ihren 8.000 Beschäftigten sind die Wiener Linien auch ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Allein das Investitionsvolumen von 467 Millionen Euro im heurigen Jahr sichert 9.000 Arbeitsplätze.

Steinbauer / Payr: "Wiener halten ihren Öffis die Treue"

Besonders erfreulich, so Wiener Linien-Geschäftsführer Steinbauer , sei auch der außergewöhnlich hohe Anteil an Stammkunden. "Mit 304.000 Jahreskartenbesitzern - um 4.000 mehr als im Jahr 2003 -wurde auch in diesem Bereich das beste Ergebnis seit Bestehen der Wiener Linien erreicht. In der Praxis heißt das, dass mittlerweile jeder vierte erwachsene Wiener eine Jahresnetzkarte besitzt. Die große Zahl der Stammkunden ist auch ein Gradmesser für die Zufriedenheit der Kunden, die seit 1993 von rund 61 Prozent auf 82 Prozent gestiegen ist".

"Täglich nutzen die Wiener Linien mehr als zwei Millionen Menschen auf fünf U-Bahn-Linien, 32 Straßenbahn- und 81 Autobuslinien. Das Streckennetz dieser 118 Linien ist derzeit rund 930 Kilometer lang und verfügt über 4.376 Haltestellen. Ohne Wiener Linien hätte die Stadt um 1,5 Millionen Autofahrten mehr pro Tag zu verkraften. Um das zu bewältigen, wäre der Bau von zehn weiteren Südosttangenten notwendig", so Wiener Stadtwerke-Vorstandsdirektorin Payr.

UITP-Kongress findet 2009 in Wien statt Internationale Anerkennung für das Top-Niveau des Öffentlichen Verkehrs

Das international vorbildliche, dichte und gut organisierte Netz für den öffentlichen Personennahverkehr war neben dem Ruf Wiens als Top-Kongressstadt auch einer der entscheidenden Gründe dafür, dass die Stadt Wien den Zuschlag für den 58. UITP-Weltkongress im Jahr 2009 erhalten hat. Dieser weltgrößte Kongress zum Thema Personennahverkehr wird vom Internationalen Verband für öffentliches Verkehrswesen im Zweijahresrythmus veranstaltet. Der Verband hat derzeit rund 2.500 Mitglieder in achtzig Ländern auf allen Kontinenten. 2005 findet der Kongress in Rom, 2007 in Helsinki statt. Für 2009 hat die Stadt Wien als Veranstaltungsort das Rennen gemacht und sich gegen die Mitbewerber Brüssel, Lyon und Dubai durchgesetzt. Zum Kongress im neuen Wiener Messe- und Kongresszentrum werden rund 3.000 Teilnehmer erwartet. Um den Kongress erfolgreich beworben haben sich die Wiener Linien gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) und den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).

Neue Schienenfahrzeuge im Wert von 655 Mio Euro bestellt -Niederfluroffensive wird konsequent fortgesetzt

Die Wiener Linien investieren massiv in eine Qualitätsoffensive, die bis 2014 insgesamt 213 Fahrzeuge vom ULF über neue U6-Garnituren bis zu den Nachfolgemodellen der Silberpfeile bringt. Die Fahrzeuge im Wert von 655 Millionen Euro wurden bereits in Auftrag gegeben.

Noch dieses Jahr wird die 150. Niederflurstraßenbahn ULF - mit der weltweit niedrigsten Einstiegshöhe von 19 Zentimetern - zum Einsatz kommen. 2004 haben die Wiener Linien den Auftrag über weitere 150 ULF an Siemens vergeben. Die ersten Fahrzeuge der neuen, klimatisierten ULF-Generation können 2006 an die Wiener Linien ausgeliefert werden. Bis 2014 werden mit den 150 neuen Garnituren (Auftragswert 357 Millionen Euro) insgesamt 300 ULF in Wien unterwegs sein.

Damit in Zukunft der U6-Betrieb durchgehend auf Niederflurbasis geführt werden kann, haben die Wiener Linien Ende 2004 Bombardier mit dem Bau von 38 weiteren Garnituren der Type T (Auftragswert 91 Millionen Euro) vereinbart. Die 38 neuen - ebenfalls klimatisierten -Fahrzeuge werden in den Jahren 2006 bis 2008 geliefert und Schritt für Schritt die alten Garnituren der U6 ersetzen.

Seit 2001 haben die Wiener Linien auch einen Prototyp der neuen Generation der U-Bahn-Wagen im Einsatz. Der sechsteilige, durchgehend begehbare und klimatisierte Wagen hat sich im Fahrgastbetrieb ausgezeichnet bewährt. 25 Stück (Auftragsvolumen: ca. 207 Millionen Euro) der neuen U-Bahn-Garnituren wurden bereits bestellt. Anfang Februar 2005 wurde das erste Serienfahrzeug geliefert. Nach Abschluss der Testfahrten zur Überprüfung aller technischen Einrichtungen wird das Nachfolgemodell der "Silberpfeile" ab Herbst im regulären Betrieb eingesetzt. Die weiteren 24 Stück folgen bis 2009.

Spätestens bis Ende 2007 wird auch die komplette Busflotte auf Niederflurtechnik umgestellt sein. 80 Prozent der gesamten Busflotte sind schon heute Fahrzeuge in Niederflurbauweise. Seit Mitte Dezember testen die Wiener Linien auch einen neuen Kleinbus. Die mit Flüssiggas betriebenen Fahrzeuge sind Niederflurbusse, der Fahrgastraum ist klimatisiert und verfügt über 17 Sitz- und 10 Stehplätze. Diese Spezialanfertigung der burgenländischen Firma Kutsenits ist seit 14. Dezember auf der Linie 3A im Einsatz. Im Laufe des Jahres 2005 werden die restlichen 11 Busse ausgeliefert. Sie werden die derzeitigen Midibusse in der Wiener Innenstadt ersetzen.

U-Bahn-Ausbau läuft auf vollen Touren

Schon ab September 2006 wird die U1 bis nach Leopoldau fahren. Der neue Streckenabschnitt ist 4,6 Kilometer lang und bringt fünf neue Stationen (Kagraner Platz, Rennbahnweg, Aderklaaer Straße, Großfeldsiedlung und Leopoldau). Nach der Fertigstellung der U1 wird ihre Gesamtlänge 14.656 Meter betragen. Die U1 verbindet dann sechs Bezirke (1., 2., 4., 10., 21. und 22.).

Bis 2008 wird die U2 - rechtzeitig zur Fußball-EM - bis zum Praterstadion über die Stationen Schottenring, Taborstraße, Praterstern, Messe, Trabrennstraße und Stadion fahren. Nur ein Jahr später folgt dann der weitere Anschluss über die Stationen Donaustadtbrücke, Seestern, Stadlau, Hardeggasse und das Donauspital bis zur Aspernstraße. Die Kosten für das gesamte Projekt - inklusive Adaptierung der U2-Stammstrecke - betragen rund 1,2 Milliarden Euro. Die neue U2 verbindet dann acht Bezirke (1., 2., 4., 6., 7., 8., 9., und 22.) und bietet Umsteigemöglichkeiten zu drei anderen U-Bahn-Linien (U1, U3 und U4) sowie zwei Schnellbahnanschlüssen (Praterstern und Stadlau).

Nach dem Abschluss des U-Bahn Ausbauprogramms werden dann für die WienerInnen insgesamt 74,6 U-Bahn-Kilometer mit 101 Stationen zu Verfügung stehen. Die Kosten für die U1-Verlängerung betragen 560 Millionen Euro. In die Verlängerung der U2 fließen 1,2 Milliarden Euro. Das Gesamtinvestvolumen für den U1/U2 Ausbau beträgt somit fast 1,8 Milliarden Euro.

Modernes Leitsystem für Straßenbahn und Autobus - Dynamische Fahrgastinformation mit elektronischer Anzeige

Seit Jahren sorgt das rechnergesteuerte Betriebsleitsystem (RBL) für mehr Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit im Linienbetrieb. Durch die Integration von weiteren 11 Linien im Jahr 2004 sind derzeit schon mehr als 60 Straßenbahn- und Autobuslinien erfasst (ca. 390 Autobusse und etwa 500 Straßenbahnen sind RBL-tauglich). Bis 2008 soll das System flächendeckend ausgebaut werden.

Das rechnergesteuerte Betriebsleitsystem bringt auch entscheidende Fortschritte im Bereich der Fahrgastinformation. Dynamische der jeweiligen Verkehrssituation entsprechend aktualisierte Fahrgastinformationssysteme konnten erst mit Einführung des RBL Wirklichkeit werden. Dazu gehört z.B. die Echtzeitanzeige an den Haltestellen, die dem Fahrgast ankündigt, in wie vielen Minuten der nächste Zug oder Bus einer bestimmten Linie kommt und wohin er fahren wird. Dies stellt die einzige für den Fahrgast wirklich "sichtbare" Auswirkung des RBL dar. Rund 150 Anzeigen in Straßenbahn-und Autobushaltestellen sind derzeit bereits in Betrieb. Im Laufe des Jahres werden rund 60 weitere dazu kommen. Insgesamt planen die Wiener Linien, Schritt für Schritt 500 derartige Anzeigen in "Schwerpunkthaltestellen" zu errichten.

Marktforschung bestätigt: Öffentlicher Verkehr holt auf - Auto verliert

Über Jahrzehnte hinweg verzeichneten die Wiener Linien trotz des parallel stattfindenden Autobooms Fahrgastzuwächse. 1993 konnten die Wiener Linien 655 Millionen Fahrgäste begrüßen. 1998 wurde mit 704,2 Millionen Fahrgästen erstmals die 700-Millionen-Marke überschritten. Nach dem bisherigen Rekordjahr 2001, in dem 729,4 Millionen Fahrten mit den Wiener Linien gemacht wurden, haben sich die Fahrgastzahlen in den beiden Jahren danach auf dem sehr hohen Niveau von jährlich über 720 Millionen stabilisiert. 2004 sind die Fahrgastzahlen wieder so deutlich angestiegen, dass die Wiener Linien mit 735,3 Millionen Fahrten neuerlich ein Rekordergebnis verzeichnen konnten.

Dass der Trend zum öffentlichen Verkehr anhält, zeigt nicht nur der aktuelle Fahrgastrekord, sondern wird auch durch die Verkehrserhebungen, die seit den frühen 90er-Jahren vom Institut "Socialdata" im Auftrag der Wiener Linien durchgeführt werden, verdeutlicht. Im Wettstreit mit dem Auto haben die Wiener Linien über ein Jahrzehnt hinweg Marktanteile dazu gewonnen. Wurden 1993 lediglich 29 Prozent aller Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt und 40 Prozent mit dem Auto, so hält der öffentliche Verkehr in Wien heute einen Marktanteil von 34 Prozent und liegt damit klar vor vergleichbaren Städten, wie München (25 %), Stuttgart (22 %), Düsseldorf (21 %) oder Bremen (16 %).

Die Wiener Linien als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor

Die Wiener Linien sind mit rund 8.000 Beschäftigten nicht nur einer der größten Arbeitgeber Wiens. Durch die hohen Investitionen, die bei den Wiener Linien
alljährlich getätigt werden, sind sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Wien und ganz Österreich.

2004 haben die Wiener Linien insgesamt rund 410 Millionen Euro investiert. Davon entfielen cirka 277 Millionen Euro auf den U-Bahn-Neubau - mit Schwerpunkt auf der Verlängerung U1 und U2.

2005 werden die Wiener Linien rund 467 Millionen Euro investieren. Davon gehen rund 311 Millionen Euro in den U-Bahn-Ausbau, der Rest wird für die Erneuerung des Fuhrparks und andere Infrastrukturvorhaben (Gleiserneuerung, Instandhaltungs- und Betreuungseinrichtung, Ausbau des RBL etc.) aufgewendet.

Wie wichtig die Wiener Linien auch als Wirtschaftsfaktor sind, zeigt die Tatsache, dass allein durch das Investment 2005 über 9.000 Arbeitsplätze bei verschiedensten Firmen von Klein- und Mittelbetrieben bis hin zu großen Baufirmen und Industriekonzernen gesichert werden.

Übrigens: Die Verlängerung der Linie U2 bis Aspern ist mit einem Investitionsvolumen von rund 1,2 Milliarden Euro Wiens derzeit größtes Infrastrukturvorhaben und sichert über die gesamte Bauzeit bis zur Fertigstellung 2009 in Summe rund 24.000 Arbeitsplätze.

Eckdaten: Fahrgäste, Jahreskarten und Personalstand der Wiener Linien seit 1993

1993 1995 1998 2001 2002 2003 2004 Fahrgäste (in Millionen) 655 687,5 704,2 729,4 722,4 721,8 735,3 Jahres- karten (in Tausend) 205 239 288 298 301 300 304 Marktanteil an allen Wegen 29 % 34 % Gesamtpersonal 8.978 8.950 8.786 8.456 8.181 8.100 7.988

(Schluss) gat

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