Waff EU - Projekt: Lehrlingsaustausch Wien - Bratislava

ExpertInnendelegation besucht Wiener Lehrlinge in Bratislava

Wien (OTS) - Eine ExpertInnendelegation des waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds), der auch waff -Vorstandvorsitzender Norbert Scheed angehörte, und des IFA (Verein für internationalen Fachkräfteaustausch) besuchte vergangenen Mittwoch die ersten Wiener Lehrlinge, die im Rahmen eines Lehrlingsaustausches zwischen Wien und Bratislava dort ein dreiwöchiges Praktikum inklusive Sprachkurs absolvieren. Der Lehrlingsaustausch ist Teil eines EU - INTERREG Projektes, das von waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) und MA 27 - EU -Förderungen koordiniert wird, und in dessen Mittelpunkt die Qualifizierungsförderung von MitarbeiterInnen in Betrieben steht, die mit den neuen EU Mitgliedsländern zusammenarbeiten. Wiener Unternehmen, die mit der Slowakei und anderen neuen EU Ländern bereits kooperieren oder eine Zusammenarbeit planen, sowie Beschäftigten und Lehrlingen werden konkrete Möglichkeiten geboten, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und sich "fit" zu machen für den Arbeitsmarkt von morgen:

o Lehrlingsaustausch zwischen Wien und Bratislava. o Austausch von FacharbeiterInnen, AusbildnerInnen und BetriebsrätInnen o Fachspracherwerb für MitarbeiterInnen in Wiener Klein- und Mittelbetrieben im Hinblick auf eine wirtschaftliche Kooperation mit allen neuen ostmitteleuropäischen Mitgliedsländern****

Für das Wiener Projekt, das zunächst bis Juli 2006 laufen soll, steht knapp eine Million Euro zur Verfügung. 500.000 Euro kommen je zur Hälfte von der EU sowie von der Gemeinde Wien und dem waff. Darüber hinaus stellt der waff noch zusätzlich rund 500.000 Euro für die Förderung von Mitarbeiterschulungen (Hauptgewicht Fachspracherwerb) in Wiener Klein- und Mittelbetrieben mit Exportorientierung in osteuropäische Staaten zur Verfügung. Bratislava hat als seinen Anteil übrigens ein "Spiegelprojekt" zum Wiener Projekt mit ähnlichen Themenschwerpunkten eingereicht. Die Finanzierung dieses Projektes wird ebenfalls aus nationalen und EU -Mitteln erfolgen, die Entscheidung darüber ist demnächst zu erwarten.

Durch den "Lehrlingsaustausch Wien- Bratislava" wird in erster Linie das networking und die Kooperation von Lehrlingen und Jugendlichen gefördert werden. Im Rahmen des dreiwöchigen Austausches werden Praktika vorwiegend im handwerklich/gewerblichen Bereich angeboten sowie ein Sprachkurs. Derzeit sind folgende fünf Wiener Lehrlinge in Bratislava: Mario Hadrys, Pavle Popovic (beide Kommunikationstechniker, Nachrichtenelektroniker) Arnold Rauscher (Maschinenbautechniker) Sasa Kapetanovic, Hakan Karakoc (beide Kraftfahrzeugtechniker). Organisiert wird der Lehrlingsaustausch in Österreich vom IFA - Verein für internationalen Fachkräfteaustausch und in Bratislava von Stredne odborne uciliste strojarske (Schüler -und Lehrerheim der Berufsschule Bratislava)). Untergebracht sind die Wiener Lehrlingen im Schüler - und Lehrerheim der Berufsschule Bratislava. Die Wiener Lehrlinge sind seit 4. April in Bratislava und werden am 22. April ihr Praktikum beenden. Für den Retourtausch stehen Fördermittel für sechs Lehrlinge zur Verfügung. Voraussichtlich werden alle Lehrlinge aus dem Automobilbereich (Automechaniker, Autoelektriker, Lackierer) kommen. Die Lehrlinge aus Bratislava sollen im Juni 05 in Wien ihr Praktikum antreten. Auf dem Programm des Bratislavabesuches der ExpertInnendelegation aus Wien standen Besuche in jenen Betrieben, in denen die Wiener Lehrlinge während ihres Aufenthaltes lernen und arbeiten. Konkret sind das die Berufsschule fürs Postwesen und Telecom - Bratislava sowie die Autowerkstätte Danubiaservice AG.

Waff - Scheed: ArbeitnehmerInnen müssen "fit" gemacht werden für Region Centrope

Hinsichtlich des Lehrlingsaustausches Wien - Bratislava betonte waff Vorstand Norbert Scheed, dass man die Chancen, die das neue, erweiterte Europa bietet, voll nutzen müsse, um gerade für die Jugend echte Zukunftsperspektiven zu schaffen. Scheed: "Mit den neuen EU-Mitgliedern Slowakei, Tschechien Ungarn bietet sich die einmalige Chance im Herzen Europas, die Region mit Bratislava, Brno, Györ und Wien zu einer der bedeutendsten und wirtschaftlich stärksten Regionen Europas zu entwickeln. Hier geht es um nichts weniger als um die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Die Wiener ArbeitnehmerInnen und vor allem die Jugendlichen müssen aber die Möglichkeit haben, sich dafür "fit" zu machen, sich entsprechend zu qualifizieren."

Scheed verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der Region CENTROPE und auf die Dienstag im Rahmen der Konferenz "Europa Region Mitte" in St. Pölten statt gefundene Unterzeichnung des Memorandums "wir wachsen zusammen. zusammen wachsen wir" u.a. durch Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und den Landeshauptmann der Region Bratislava Lubomír Roman.

Er sei jedenfalls, so Scheed, stolz darauf, dass es dem waff gelungen sei, mit Geld aus Brüssel und Wien ein so zukunftsweiesendes Pilotprojekt auf die Beine zu stellen, um Betriebe, die ihre Exportchancen in die neuen EU Länder nutzen wollen, bei der Qualifizierung von MitarbeiterInnen zu unterstützen. Für ihn besonders wichtig sei dabei der Lehrlingsaustausch zwischen Wien und Bratislava. Damit werde in Richtung "Jugend ist Zukunft, Zukunft heißt Europa" ein erster wesentlicher Impuls gesetzt, schloss Scheed.

Berufsausbildungsfonds, damit mehr Betriebe ausbilden
Norbert Scheed forderte aber auch einmal mehr, sichere Lehrstellen für die Jugendlichen. Die Wirtschaft habe, so Scheed, hier eine Verantwortung und sei gut beraten, in die Jugend zu investieren und den Jugendlichen vor allem eine entsprechende Ausbildung zu ermöglichen. Scheed: "Für sichere Lehrstellen brauchen wir einfach genug Betriebe, die ausbilden. Deswegen trete ich so massiv für einen Berufsausbildungsfonds ein, in den jene Betriebe, die nicht ausbilden für die Lehrlingsausbildung in anderen einzahlen! Qualifizierte Arbeitnehmer brauchen schließlich auch sie." Die Politik könne hier nur unterstützen, erklärte der SP GR. Scheed bezeichnete es als vorbildlich, dass Wien alleine heuer 11 Mio. Euro in die Hand nehme, um Jugendliche beim Berufseinstieg zu helfen.

Fachkräfteaustausch Wien - Bratislava und Fachspracherwerb zur MitarbeiterInnenqualifizierung geplant

Im Rahmen des von waff koordinierten EU - Projektes ist außerdem ein Fachkräfteaustausch geplant. Im Mittelpunkt steht dabei ebenfalls der Automotivbereich. Es sollen FacharbeiterInnen, AusbildnerInnen und Betriebsräte aus Wiener Betrieben die Möglichkeit erhalten, auf diesem Weg Kontakte zur expandierenden Automotivindustrie in Bratislava und Trnava auszubauen und zu vertiefen. In dieser boomenden Branche ist derzeit auch eine grenzübergreifende Qualifizierung für MitarbeiterInnen angedacht. Hier soll eine Kooperation des waff mit dem Automotive Cluster Vienna Region erfolgen.

Unter dem Titel "Personal für Europa" werden darüber hinaus Wiener Klein- und Mittelbetriebe mit Exportorientierung in osteuropäische Staaten (Baltische Staaten, Polen, Tschechien, Ungarn, Slowakei und Slowenien) gefördert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Fachspracherwerb und anderen Aus- und Weiterbildungen, die Exportvorhaben unterstützen können (z.B. Rechtsseminare für slowakisches Vertragsrecht). Das heißt der waff unterstützt die Unternehmen bei der entsprechenden Qualifizierung ihrer MitarbeiterInnen. Unternehmen, die ein Personalentwicklungskonzept oder ein Aus- und Weiterbildungskonzept vorlegen, werden bevorzugt gefördert. Ausreichend ist aber auch die individuelle Aus- und Weiterbildung für MitarbeiterInnen.

ExpertInnen- Arbeitsgruppe Wien - Bratislava für gemeinsame Beschäftigungsstrategie bereits aktiv

Da das Interreg IIIa Projekt, das auf Initiative Wiens von waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) und MA 27 (-EU - Strategie und Wirtschaftsentwicklung) im Sinne einer "Überregionale Beschäftigungsstrategie Wien - Bratislava" erarbeitet wurde, weit mehr als die drei konkreten Pilotprojekte umfasst, nutzte die Wiener Delegation ihren Aufenthalt in Bratislava aber auch zu einem Arbeitsgespräch mit ExpertInnen der Landesregierung und des Arbeitsamtes Bratislava.

Zur Vorbereitung des INTERREG IIIa - Projektes und zur Entwicklung der gemeinsamen Beschäftigungsstrategie ist bereits seit Herbst 2004 eine Arbeitsgruppe aus Arbeitsmarkt - und Wirtschaftsexperten sowie den ExpertInnen der relevanten Dienststellen von beiden Stadt- und Regionalregierungen, des waff, des AMS und der Sozialpartner aktiv.
Beschäftigungsstrategisch sind nun folgende konkrete Schritte geplant:

o Aufbau einer gemeinsamen Wissens- und Informationsbasis auf workshop Ebene (das erste workshop hat im Herbst 2004 u.a. zum Thema "Qualifizierungsbedarf von Unternehmen und darauf abgestimmte Angebote" stattgefunden. Der zweite workshop fand im Frühjahr 2005 zu Thema "Modernisierung der Arbeitsmarktverwaltungen" statt). o Maßnahmen zur Verbesserung des Qualifikationsniveaus insbesondere von ArbeitnehmerInnen, die in Klein- und Mittelbetrieben beschäftigt sind o Intensivierung der Verwaltungszusammenarbeit (z.B. know how transfer bei EU finanzierten Vorhaben) o Unterstützung von Clustern und Wirtschaftskooperationen

Generelle Ziele dieser gemeinsamen Beschäftigungsstrategie sind die Stabilisierung der Arbeitsplätze, die Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten sowie ein Beitrag zum Abbau der Arbeitslosigkeit in der Gesamtregion

Das gesamte INTERREG IIIa- Projekt erfolgt in Abstimmung mit weiteren grenzüberschreitenden Projekten im Rahmen von CENTROPE (Etablierung einer Europaregion zwischen Wien, Brno, Bratislava, Györ, Sopron, Eisenstadt und St. Pölten mit Schwerpunkten:
Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Technologie, Regionalentwicklung, Verkehr und "Learning Region"). Die Projektpartnerschaft besteht neben waff und MA - 27 aus ÖSB Consulting GmbH, L&R Sozialforschung OEG, Arbeitsmarktservice - LGS Wien, Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien, Wirtschaftskammer Wien, Bundessozialamt - Landesstelle Wien, Gewerkschaft der Privatangestellten Wien, Industriellenvereinigung, Land Bratislava, Land Trnava, slowakisches Ministerium für Arbeit, Soziales und Familie, Zentrum für Arbeit, Soziales und Familie sowie Amt für Arbeit, Soziales und Familie Bratislava.

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(Schluss) gph

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