OÖ: Besetzungsskandal in ‚Fachhochschule‘

Frais: "Qualifizierte Kandidaten abgewiesen, um Posten für Sigl-Pressefrau zu sichern"

Linz (OTS) - "Ein negatives Beispiel wie ÖVP-Objektivierung aussieht, bietet sich aktuell bei der Bestellung des neuen Marketingleiterpostens für das oö. Fachhochschulwesen," stellt SP-Klubchef Dr. Karl Frais fest. "Qualifizierte Kandidaten, die sich für den Marketingleiter beworben hatten, wurden ohne Begründung schriftlich abgewiesen, nur um diese Akademikerstelle der Pressereferentin von Landesrat Sigl, die allerdings Nichtakademikerin ist, zuzuschieben". Wie zwischenzeitlich bekannt wurde, waren mehrere hochqualifizierte Kandidaten - die dem Stellenprofil auch bestens entsprochen haben - von den Hearings von vornherein ausgeschlossen worden. Frais fordert Sigl daher auf, den Marketingleiterposten nicht seiner Pressereferentin zuzuschieben, sondern das Bestellungsverfahren auf objektive Art und Weise neu durchzuführen:
"Die ÖVP hat mit diesem Machtmissbrauch die Befürchtungen hinsichtlich der ‚Objektivierung Neu‘ voll bestätigt. Deshalb hat die SPÖ einen Initiativantrag für die Einführung eines demokratischen Objektivierungsverfahrens bei allen Landesunternehmungen - wozu auch die ‚Fachhochschule‘ zählt - eingebracht. ÖVP und Grüne haben diesen Antrag jedoch abgelehnt und somit ihre Mehrheit dazu verwendet diesen und weiteren Postenschacher zu decken".

Versäumnisse, undemokratische Vorgänge und Postenschacher zeichnen das nunmehr von Landesrat Sigl allein dominierte oö. Fachhochschulwesen aus. "Im Sommer 2004 wurde in der Generalversammlung die Gründung eines Personalbeirats beschlossen, den es bis heute noch immer nicht gibt. Die Abschaffung des demokratischen Kontrollorgans Aufsichtsrat hingegen, wurde von ÖVP und Grünen straff durchgezogen. Auch ein objektives Personalaufnahmemodell wurde von ihnen heute gleich hemmungslos abgelehnt. Ein erstes Ergebnis dieser Entwicklung ist der Besetzungsskandal betreffend die Ex-Sigl-Pressefrau".

Bei den Landesthermen in Bad Ischl und Bad Hall ist im Gegensatz zum oö. Fachhochschulwesen nicht nur ein Aufsichtsrat vorhanden, sondern auch die Ausschreibung von allen Dienstposten nach objektiven Kriterien vorgeschrieben. "Der FH-Besetzungsskandal zeigt, dass die ÖVP wenig von objektiver Postenbesetzung hält. Um ÖVP-Protégès auf Posten zu hieven, werden qualifizierte Kandidaten von vornherein abgewiesen und für die VP-Schützlinge sogar die Ausschreibungskriterien außer Acht gelassen. Opfer dieser Entwicklung sind die ehrlichen Bewerber, die alle Kriterien erfüllen, aber aufgrund des ÖVP-Postenschachers nicht zum Zug kommen", so Frais.

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