ÖGB-Verzetnitsch: Verpflichtende Ausbildung für LehrlingsausbilderInnen!

JASG-Ausweitung auf mindestens 10.000 Plätze notwendig

Wien (ÖGB) - "Ausbilderinnen und Ausbilder werden mit ihren Problemen, den neuen Anforderungen in der Lehrlingsausbildung gerecht zu werden, oft alleine gelassen", sagte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch bei der Kick-Off-Veranstaltung "Zukunft der Lehre" zur Gründung eines AK-ÖGB-BFI AusbilderInnenforums am Mittwoch. Verzetnitsch forderte daher die Einführung verpflichtender Ausbilderkurse und -prüfungen. "Die Weiterqualifikation der AusbilderInnen kann nicht nur deren Eigeninitiative überlassen werden, daher forderte der ÖGB Weiterbildungsmöglichkeiten in Seminaren, in der Arbeitszeit und mit Übernahme der Kosten durch den Betrieb", so der ÖGB-Präsident.++++

Die Rolle der AusbilderInnen habe sich vom klassischen "Vertreter des Lehrherren" in Richtung "Coach" gewandelt. Inhaltlich gehe es schon lange nicht mehr nur um "Wissensvermittlung" alleine, sondern um Betreuung und Begleitung. "Wenn wir Lehrlinge auf den 'Qualifikations Highway' bringen möchten, müssen neben Fachqualifikationen daher auch die Schlüsselqualifikationen vermittelt werden", sagte Verzetnitsch. AusbilderInnen würden aber mit ihren Problemen, den neuen Anforderungen gerecht zu werden, oft alleine gelassen. "Betriebe, die dies aber erkannt haben, investieren schon heute in die Qualifikation ihrer Ausbilderinnen und Ausbilder", so Verzetnitsch. Als Beispiele nannte er Spar, Porsche Austria, Blum, Plansee und Siemens.

Aber auch viele kleinere und mittlere Unternehmen hätten das Potential der Lehrlingsausbildung erkannt: "Alle im Betrieb müssen die Lehrlingsausbildung in dem Bewusstsein mittragen: Eine qualifizierte Lehrlingsausbildung ist unabdingbar wichtig für die Zukunft des Betriebes", zitierte Verzetnitsch Manfred Sigg, einen engagierten Tischler- und Glasermeister aus Vorarlberg mit 27 Beschäftigten und fünf Lehrlingen.

Duale Berufsausbildung aufwerten, Lehrstellen schaffen

Verzetnitsch forderte ein Bekenntnis zur dualen Berufsausbildung:
"Die Lehre ist trotz der derzeitigen akuten Lehrstellenproblematik ein Erfolgsmodell. Deshalb sind von Regierung und Wirtschaft gerade bei gegenwärtiger Arbeitsmarktsituation verstärkt Anstrengungen zu unternehmen, die duale Berufsbildung aufzuwerten und Ausbildungsplätze zu schaffen", sagte der ÖGB-Präsident. Ende März waren insgesamt 15.725 Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle (5.624 Jugendliche in JASG-Maßnahmen, 5.402 Jugendliche in kurzfristigen Schulungen und 4.699 sofort Lehrstellensuchende). Verzetnitsch forderte die Fortsetzung der JASG-Maßnahmen mit mindestens 10.000 Plätzen.

Angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs erklärte Verzetnitsch "Die Lehre bietet die Chance qualifizierte Ausbildung zu vermitteln -sie muss nur von den Betrieben auch gewollt und genutzt werden."(fk)

ÖGB, 20. April
2005
Nr. 230

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