KHOL: "EIN BRILLANTER THEOLOGE UND WARMHERZIGER MENSCH" Nationalratspräsident zur Persönlichkeit des neuen Papstes

Wien (PK) - „Ich habe Kardinal Ratzinger als brillanten Theologen, warmherzigen Mitmenschen und Bergsteiger kennen gelernt. Er ist ein erfahrener Diener der Kirche, der über viele Jahre die Glaubenskongregation mit starker Hand leitete und das gesamte 'Bodenpersonal unseres Herrn' kennt." Das sagte Nationalratspräsident Andreas Khol in einer Stellungnahme zum neuen Papst gegenüber Radio Stephansdom. Für Ratzinger seien der Vatikan und die Probleme in den unterschiedlichen Teilen der Weltkirche „ein offenes Buch". Daher ist für Khol klar, warum die Wahl so schnell ging.

Angesprochen auf die verbreitete Zuordnung Kardinal Ratzingers zum „konservativen" Lager innerhalb der Kirche, meinte Andreas Khol, der Papst folge nicht unseren „manchmal sehr kleinkarierten Einteilungen und Schablonen". Man könne nicht die Kardinäle in fortschrittliche und liberale einteilen, sondern es handle sich bei ihnen allen um „gestandene Kirchenmänner", die aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung wüssten, was für die Kirche richtig und wichtig ist.
Als „Wahrer des Glaubens" habe Kardinal Ratzinger bisher eine stringente und konsequente Linie verfolgt, denn beim Glauben gebe es nicht „ein bisserl mehr oder ein bisserl weniger", meinte der Nationalratspräsident.

Zugleich äußerte Khol seine Zuversicht, dass Benedikt XVI. für die Bewältigung der kirchlichen Probleme neue Wege finden werde. Bei Ratzinger könne man nicht „mit einem bloßen Strukturkonservativismus rechnen". Der von Ratzinger gewählte Name Benedikt habe programmatische Bedeutung. Der heilige Benedikt sei der Schutzpatron Europas. Daher erblickt Khol in der Mission in Europa ein Kerngebiet der Aufgabe des neuen Pontifex, der, so hofft der österreichische Politiker, die spezifischen Probleme der europäischen Kirche sehen werde, etwa den dramatischen Priestermangel und die Frage des Zölibats. Andreas Khol glaubt, dass Benedikt XVI. für die Nöte der Kirche im säkularisierten Europa spezifische Lösungen finden und den Ortskirchen Mittel in die Hand geben werde, um diese Probleme eigenverantwortlich zu lösen. (Schluss)

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