ÖAMTC: Bei Feinstaub Gesamtheit der Verursacher erkennen

Die Belastung durch Feinstaub nimmt tendenziell seit Jahren leicht ab

Wien (ÖAMTC-Presse) - Der ÖAMTC fordert, dass endlich die Gesamtheit der Verursacher für die Überschreitung der Emissionswerte betrachtet wird. "Am Verkehrssektor hat man die Problematik längst erkannt, und hat mit dem Partikelfilter für Diesel-Pkw erste Maßnahmen in Umsetzung", betont Mario Rohracher, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Jeder neue Diesel-Pkw mit Partikelfilter und über 80 kW wird ab 1. Juli 2005 beim Kauf mit einem einmaligen Bonus von 300 Euro gefördert. Ohne Filter wird beim Neuwagenkauf ein Malus fällig, der ab 1. Juli 2006 verdoppelt wird. Für Diesel-Pkw unter 80 kW gilt die Regelung ab 1. Jänner 2006 - sowohl Bonus als auch Malus. Sechs Monate später wird auch in dieser Wagenklasse der Malus verdoppelt. Mit diesem Förderungssystem hat Österreich auf Initiative des ÖAMTC eine Vorreiterrolle in Europa übernommen.

Beim ÖAMTC stellt man auch fest, dass die Feinstaub-Problematik erst durch die kontinuierliche Absenkung der Grenzwerte so große Aufmerksamkeit erregt. Betrachtet man die objektiven Zahlen, kommt man zu den nüchternen Ergebnissen: Die Belastung durch Feinstaub nimmt tendenziell seit Jahren leicht ab, und Diesel-Pkw-Emissionen sind nur für einen kleinen Anteil der Gesamtschadstoffe verantwortlich. Die EU-Richtlinie von 1999, die einen Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft festlegt, hat Staub-Partikel unter 10 Mikrometer Durchmesser (PM10 genannt) in den Mittelpunkt des Interesses bei Luftschadstoffen gerückt. Diese Richtlinie besagt, dass der Grenzwert nur mehr an einer bestimmten Anzahl von Tagen im Jahr überschritten werden darf. Diese "erlaubten" Überschreitungen werden laufend reduziert. 2005 sind 35 Tage vorgesehen, Österreich hat sich freiwillig auf 30 Tage festgelegt. Ab 2010 darf der Grenzwert nur mehr an 25 Tagen überschritten werden. Neben den neuen, sinkenden Grenzwerten hat die EU-Richtlinie auch den Ausbau der Messstationen zur Folge. Wurde etwa 2002 in Wien erst an zwei Luftüberwachungsstationen PM10 gemessen, waren 2004 bereits elf Messeinrichtungen im Einsatz, die den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

"Wir müssen wissen, woher der Feinstaub kommt und was ihn verursacht. Nur etwa fünf Prozent der Staubbelastung stammen von Diesel-Pkw. Wenn der Tagesgrenzwert der Immissionen um das Doppelte überschritten wird, haben Fahrverbote für Pkw praktisch keine Auswirkung", weist Mario Rohracher auf die objektiven Zahlen hin. Ernüchternd auch die "Statuserhebung PM10" für Wien. Nur ein Viertel des Feinstaubs hat seinen Ursprung in der Stadt selbst. 35 Prozent stammen aus dem Umland und 40 Prozent kommen per Ferntransport aus Ungarn, der Slowakei, Tschechien, Polen und sogar Rumänien.

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ÖAMTC-Pressestelle/Hannes Kerschl

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