Sima/Schicker: Offensive der Stadt Wien gegen Feinstaub läuft

45-Punkte-Maßnahmenpaket gegen den Feinstaub und Forderungsprogramm für den Feinstaubgipfel am 9. Mai

Wien (OTS) - Ein 45-Punkte umfassendes Maßnahmenpaket gegen den Feinstaub haben am Mittwoch Umweltstadträtin Mag.a Ulli Sima und Verkehrsstadtrat DI Rudolf Schicker im Rahmen eines Mediengesprächs präsentiert. "Wien hat die Problematik des Feinstaubs schon vor langem erkannt und hat die Schritte in die richtige Richtung gestellt, wir setzen in allen Bereichen konsequent Maßnahmen, um die Luftqualität in Wien ständig zu verbessern", so Sima. Die Bereiche betreffen Raumwärme, Straßenreinigung und Winterdienst, Baustellen und den Verkehr.

Anti-Feinstaubmaßnahmen bei Winterdienst und im Verkehr

"Im Bereich Winterdienst hat sich Entscheidendes geändert, denn künftig darf beispielsweise nur noch Basaltsplitt statt Dolomitsplitt eingesetzt werden, die Magistratsabteilung 48 hält sich schon seit zwei Saisonen daran, für alle anderen gilt am 1. Mai 2005 ein Verbot der alten Splittsorten, die viel mehr Abrieb vom Streugut mit sich brachten als der harte Basaltsplitt", so die Umweltstadträtin. Die forcierte Straßenreinigung ist ein weiterer Beitrag zur Reduktion der Staubaufwirbelung. Im Bereich der Raumwärme ist es vor allem der intensive Ausbau des Fernwärmenetzes, der entscheidend die Luftqualität in Wien verbessert. "Denn andere Städte kämpfen enorm mit Hausbrand, in Wien konnte dieser auf 4 % reduziert werden", so Sima. Heizungsanlagen, insbesondere Festbrennstoffheizungen werden verstärkt überprüft.

In der Wiener Verkehrsplanung liegt der Schwerpunkt in der Stärkung des Umweltverbundes, also des konsequenten Ausbaus der "Öffis" und der stetigen Verdichtung des Radverkehrsnetzes. Die Stadt Wien will sich jedoch noch mehr für den Öffentlichen Regionalverkehr (ÖPNRV) stark machen. "Die größte Herausforderung in Wien stellt der Pendlerverkehr dar. Genau hier sind aber vor allem Maßnahmen des Bundes gefordert!", stellt Schicker klar. In Wien beträgt der Autoanteil nur 35 %, während 65 % zu Fuß, per Fahrrad oder mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Beim Pendlerverkehr ist dieses Verhältnis genau umgekehrt.

Feinstaubreduktion auf Baustellen und bei Gewerbebetrieben

Im Bereich der Baustellen hat die Stadt Wien ebenfalls schon zahlreiche Maßnahmen gesetzt, diese reichen von Wasservorhängen bei Abbrucharbeiten, über Schutzeinhausungen und Befeuchtungsmaßnahmen bei Fassadenarbeiten, bis hin zum Feuchthalten von Baustraßen.
Die Stadt Wien hat darüber hinaus eine umfangreiche Studie über die Feinstaubquellen, die sogenannte Aquella-Studie, auf der TU Wien in Auftrag gegeben. Als magistratsübergreifende Maßnahme wurde das umfassende Projekt ULI (Urbane Luftinitiative) ins Leben gerufen, dabei arbeiten ExpertInnen an einem detaillierten Maßnahmenprogramm zur Reduktion der lokalen Emissionen.

Forderungspaket der Stadt Wien für den Feinstaubgipfel am 9. Mai

"Umweltminister Pröll hat für den 9. Mai einen Feinstaubgipfel angekündigt, ich bedauere sehr, dass zu den ExpertInnen keine politisch Verantwortlichen eingeladen werden", so Sima. Dabei sind gerade beim Problem Feinstaub Gespräche zwischen Bund und Ländern unerlässlich, Feinstaub ist ein überregionales Problem. Wien setzt zahlreiche Schritte und wird gesetzeskonform im Herbst einen Maßnahmenkatalog vorlegen, doch auch von Bundesseite sind konkrete Maßnahmen erforderlich, um die Luftqualität österreichweit zu verbessern. "Wir wollen gemeinsam weitere Maßnahmen angehen, um das Feinstaubproblem zu lösen, klar ist aber, dass der Feinstaub an den Stadtgrenzen nicht Halt macht", so Sima. Neben verpflichtenden Partikelfiltern für Neuwägen, werden die u. a. die Wiedereinführung der jährlichen Überprüfung von PKWs, das Betriebsende für alle PKWs ohne Katalysatoren spätestens 2008 und zahlreiche Maßnahmen bei den sogenannten Off-Road-Geräten gefordert.

Das gesamte Maßnahmenpaket der Stadt Wien gegen Feinstaub und die Diskussionsgrundlagen für den Feinstaubgipfel am 9. Mai können im Büro der Umweltstadträtin angefordert werden: 01/4000-81353 (Schluss) vor/kel

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