Mobile Pflege in Österreich im internationalen Vergleich stark unterentwickelt

Hilfswerk-Präsident Karas: "Wir brauchen endlich ein Umdenken und eine faire Finanzierung der mobilen Pflege!"

Wien (OTS) - Die mobile Pflege ist im Vergleich zum stationären Bereich in Österreich deutlich unterprivilegiert und im internationalen Vergleich stark unterentwickelt. Dies obwohl der Bedarf der Bevölkerung groß ist und weiterhin dramatisch steigt. Zu diesem Schluss kommt die Studie "Pflegenotstand in der mobilen Pflege?" des Ludwig Boltzmann Instituts, die heute bei einer Pressekonferenz des ÖGB präsentiert wurde.

"Die Verantwortlichen müssen endlich einsehen, dass auf Grund der demographischen Entwicklung die Lage der mobilen Pflege verbessert und die mobilen Dienste ausgebaut werden müssen." kommentiert Hilfswerk-Präsident Othmar Karas die Ergebnisse. Und weiter: "Hier kann es keine Budgetkürzungen geben! Im Gegenteil: Man muss - wie es auch die Studie fordert - sogar überproportional in die mobilen Dienste investieren, weil das die einzige Chance ist, den Pflegebedarf im Rahmen eines integrierten Versorgungskonzepts überhaupt organisatorisch und finanziell zu bewältigen. Unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger haben es sich verdient, in Würde alt zu werden." Außerdem stellt Karas fest: "In Österreich landet man immer noch viel zu schnell im Krankenhaus. Das ist überhaupt das Teuerste!"

Schuld an der vorliegenden Fehlsteuerung sind die derzeitigen rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen, die stationäre Einrichtungen bevorzugen, obwohl in vielen Fällen eine mobile Pflege nicht nur günstiger ist, sondern von der überwältigenden Mehrheit der Betroffenen klar bevorzugt wird. Die Studie des Boltzmann-Institutes erklärt die Benachteiligung des mobilen Sektors gegenüber den stationären Einrichtungen auch durch seine faktische Zuordnung zur Sozialhilfe und nicht zum Gesundheitssystem, was mit einer wesentlich geringeren Ressourcenausstattung und einer schwierigeren Finanzierungsstruktur einhergeht. Außerdem ist für die KlientInnen der Eigenbeitrag im Bereich der Pflege erheblich höher als in den Krankenhäusern.

Das Hilfswerk ist einer der größten österreichischen Anbieter sozialer Dienstleistungen. Am 9. Mai erfolgt der Start zur Initiative ÄLTER WERDEN. MENSCH BLEIBEN. - mit einer Präsentation der Ergebnisse einer topaktuellen Umfrage zur Lebensqualität der SeniorInnen in Österreich, einer Infotour (Road Show) mit 52 Stationen in Österreich (Mai bis November) und einer Fachtagung im Herbst. Das Hilfswerk beschäftigt 7.500 MitarbeiterInnen und erwirtschaftete 2004 in den Geschäftsbereichen Hilfe und Pflege, Kinder- und Jugendbetreuung, sowie Beratung und Bildung einen Jahresumsatz von Euro 138 Millionen und ist auch als Hilfsorganisation in Krisengebieten aktiv.

Fotos zum Thema "Mobile Pflege" liegen im Bereich "News & Presse" auf www.hilfswerk.at zum kostenlosen Download bereit.

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