PRÖLL FORDERT VERSTÄRKTE ANSTRENGUNGEN BEI DER LÄRMBEKÄMPFUNG

Heute Internationaler Tag gegen Lärm - Neue Daten belegen hohe Betroffenheit

Wien (OTS) - Lärm stört und beeinträchtigt die Gesundheit sowie die Lebensqualität nachhaltig. Insgesamt fühlt sich mehr als ein Viertel der österreichischen Bevölkerung vom Lärm gestört, als eines der vordringlichen Problemen zur Verbesserung der Lebensqualität in städtischen Ballungsräumen sieht die Bevölkerung die Verringerung der Lärmbelastung. Die Anstrengungen zum Lärmschutz und zur Lärmvermeidung sind daher österreichweit zu verstärken, fordert Umweltminister Josef Pröll anlässlich des heutigen Internationalen Tages gegen Lärm.****

Laut dem heute veröffentlichten, im Auftrag des Lebensministeriums von der Statistik Austria erhobenen Mikrozensus 2003, fühlen sich 29,1 Prozent der österreichischen Bevölkerung vom Lärm gestört; davon 3,2% sehr stark, 6,2% stark, 9,8% mittel und 10% geringfügig. Als Hauptverursacher für diese Belästigung wird von rund 73,5 Prozent der Verkehrslärm genannt, wobei der von Kraftfahrzeugen erzeugte Lärm mit 60,4% deutlich überwiegt. Daher müssen auch Maßnahmen in erster Linie dort ansetzen, führte Pröll weiter aus.

Die Ergebnisse der Lärmforschung beweisen, dass permanente Lärmbelastung zu Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaf- sowie zu Konzentrationsstörungen führen und sich negativ auf das soziale Verhalten der betroffenen Personen auswirken kann. Die Erfassung aller wesentlichen Lärmquellen ist daher für die Information und den Schutz der österreichischen Bevölkerung unabdingbar. Das am 5. April 2005 im Ministerrat beschlossene neue Bundes-Umgebungslärmschutzgesetz sollte daher rasch in Kraft treten.

Das neue Gesetz ist ein wichtiger Eckstein für eine zukünftige Lärmvermeidungs- und -bekämpfungsstrategie und bringt drei wesentliche Neuerungen: Erstmals wird die Lärmbelastung aus Straßen-und Schienenverkehr, Flugverkehr und von bestimmten (größeren) Industrie- und Gewerbeanlagen (IPPC-Anlagen) in Ballungsräumen flächendeckend erhoben. Die Ergebnisse werden in Lärmkarten bildlich dargestellt. An Hand dessen werden Aktionspläne mit Maßnahmen zur Lärmminderung von Verkehrsministerium und Wirtschaftsministerium erarbeitet und im jeweiligen Zuständigkeitsbereich umgesetzt. Dritte wesentliche Neuerung ist die umfassende Information der BürgerInnen über die Lärmbelastungssituation durch die Veröffentlichung der Lärmkarten im Internet. Die Bereitstellung dieser Daten soll durch das Lebensministerium koordiniert werden.

Der im Gesetzesentwurf vorgegebene Zeitplan sieht bis spätestens 31.5.2007 eine Darstellung der örtlichen Lärmsituation im Ballungsraum Wien, in der Umgebung des Großflughafens Wien-Schwechat, entlang von Autobahnen und Schnellstraßen mit mehr als sechs Millionen Kfz pro Jahr sowie Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 60.000 Zügen pro Jahr in "strategischen Umgebungslärmkarten" vor. Auf dieser Grundlage werden bis 31.5.2008 erste Aktionspläne für die großen Ballungsräume, Großflughäfen und Hauptverkehrsrouten erarbeitet.

In einer weiteren Phase werden bis 31.5.2012 Umgebungslärmkarten für die anderen österreichischen Flughäfen mit internationalem Luftverkehr (Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Salzburg), die Ballungsräume Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck und die restlichen Autobahnen und Schnellstraßen sowie alle Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 30.000 Zügen pro Jahr erstellt. Diese müssen bis 21.5.2012 zur Verfügung stehen. Die Aktionspläne für diese Bereiche sind bis 31.5.2013 auszuarbeiten:

In Österreich wurden von Bund, Ländern und Gemeinden bereits umfangreiche Investitionen in passive Lärmschutzmaßnahmen -Lärmschutzwände, Lärmschutzfenster, lärmarme Fahrbahndecken - an den Hauptverkehrswegen gesetzt. Das Bundes-Lärmschutzgesetz ermöglicht weitere wichtige Schritte bei der Lärmbekämpfung. Aufgrund der Kompetenzsituation fallen aber viele Maßnahmen in den Wirkungsbereich der Bundesländer. Daher müssen die Länder die für den Schutz der Gesundheit der österreichischen Bevölkerung so notwendige Umsetzung der EU-Umgebungslärm-Richtlinie auch in ihren Kompetenzbereichen veranlassen."

Detaillierte Informationen zur Umfrage stehen im Internet zur Verfügung unter:
http://www.statistik.at/cgi-bin/pressetext.pl?INDEX=2005003964

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