AK: Bei Feinstaubbekämpfung Lkw und Baumaschinen noch wichtiger als Pkw (1)

Lkw und Baumaschinen erzeugen im Laufe ihres langen Einsatzes Hunderte Kilogramm an Partikeln

Wien (OTS) - Feinstaub kann schwere gesundheitliche Schäden verursachen - von Asthma und chronischer Bronchitis bis zu Krebs. "Die Feinstaubbekämpfung muss sich nach den jeweils dominanten Verursachern richten", sagt AK Experte Wolfgang Lauber heute, Mittwoch, bei einer AK Veranstaltung zum Thema Feinstaub. Eine wirksame Bekämpfung ist nur möglich, wenn Maßnahmen zugleich auf lokaler, regionaler, Bundes- und EU-Ebene gesetzt werden. "Lkw und Baumaschinen machen viel Dreck, werden aber oft vergessen. Ein Lkw, eine Baumaschine stößt während der Lebensdauer Hunderte Kilo Partikel aus", sagt Lauber. Hier müsse schleunigst angesetzt werden. Für Lkw würden sich z.B. Fahrverbote in stark belasteten Städten oder eine flächendeckende Lkw-Maut nach Schadstoffklassen anbieten. Für Baumaschinen sei insbesondere eine Nachrüstpflicht nötig. Für Maßnahmen bei anderen Feinstaub-Verursachern wie etwa für die hohe Zahl von Diesel-Pkw müsse der Umweltminister dringend Kosten-Nutzen-Analysen vorlegen, so Lauber.

"Schwerpunkte müssen vorrangig bei jenen Emissionsquellen gesetzt werden, die eine schwere Gesundheitsbelastung darstellen", sagt Lauber. Das seien Verkehrsemissionen, weil Verbrennungsprodukte auf "Kopfhöhe" von Menschen emittiert werden, so der AK Experte. Zu den Verkehrsemissions-Verursachern zählen auch Baumaschinen, die stundenlang unmittelbar neben schwerarbeitenden ArbeitnehmerInnen betrieben werden. Eine einzelne Baumaschine oder ein Lkw erzeugt im Laufe seines jahrelangen Einsatzes 50- bis 100-mal mehr Partikel als ein Pkw.

In Sanierungsgebieten sollten daher Fahrverbote für hochemittierende Lkw und Baumaschinen erlassen werden. Dadurch käme es zu einer Nachrüstung oder einem Austausch. "Auch die Einführung einer flächendeckenden, nach Schadstoffklassen unterschiedenen Lkw-Maut nach Schweizer Vorbild würde zu einer Modernisierung der Lkw-Flotten führen", sagt Lauber. Ebenso könne die motorbezogene Versicherungssteuer nach Emissionsklassen differenziert werden, so der AK Experte. Zudem verlangt die AK, dass künftig nach dem Vorbild des Kfz-Pickerls auch eine jährliche technische Überprüfung der Baumaschinen einzuführen ist.

Bei den Diesel-Pkw, die vor allem wegen ihrer hohen Anzahl relevant sind, verlangt die AK, dass der Umweltminister rasch die rechtlichen Möglichkeiten sowie Kosten-Nutzen-Analysen der diskutierten Maßnahmen vorlegt. Das gilt insbesondere auch für eine eventuelle bundesweite Nachrüstung von Pkw mit Partikelfilter und für Fahrverbote. Geld dafür ist da und soll laut AK aus der Mineralölsteuer sowie der ersatzlosen Streichung des geförderten Agrardiesels kommen. Statt die Verantwortung auf die Länder abzuschieben, muss der Umweltminister die Maßnahmen koordinieren. (Forts.)

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