Tumpel: Initiativen für mehr Lehrstellen überfällig

Fast 16.000 ohne Lehrstelle im Betrieb: Lage dramatisch wie nie

Wien (OTS) - "Wir brauchen rasch mehr und bessere Lehrstellen",
sagt AK Präsident Herbert Tumpel, "Wirtschaftsminister Bartenstein muss die Vorschläge des Lehrlingsbeauftragten Blum zur gezielten Förderung von Betrieben, die Lehrlinge ausbilden, sofort umsetzen." Die Lage auf dem Lehrstellenmarkt ist dramatisch wie nie, zeigen die Arbeitsmarktservice-Zahlen für Ende März: Genau 15.725 Jugendliche haben keine Lehrstelle im Betrieb - um 2.162 oder 15,9 Prozent mehr als noch Ende März 2004 (13.563). Hauptgrund ist, dass die Wirtschaft zu wenig Lehrstellen anbietet - Ende März gab es lediglich 2.600 gemeldete offene Lehrstellen. "Da bin ich dafür, Betriebe, die in Zukunftsberufen ausbilden, für die Aufnahme von zusätzlichen Lehrlingen zu fördern", sagt Tumpel. Gleichzeitig sei klar: "Sollte die Wirtschaft weiterhin ihre Verantwortung für die Jugendausbildung nur ungenügend wahrnehmen, muss das Auffangnetz zur Jugendausbildung auf 10.000 Plätze aufgestockt werden, müssen davon bis zu 4.000 Plätze in überbetrieblichen Lehrwerkstätten sein, brauchen wir einen Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Betrieben."

Ende März hatten österreichweit 15.725 Lehrstellen Suchende keine Lehrstelle im Betrieb - 4.699 brauchen sofort eine Lehrstelle, 5.402 sind in kurzfristigen Arbeitsmarktservice-Kursen, 5.624 sind in 10-monatigen Auffangnetz-Lehrgängen und sollen auch rasch eine Lehrstelle im Betrieb finden. Die Gesamtzahl der Lehrstellen Suchenden ohne Lehrstelle im Betrieb stieg damit von 13.563 im März 2004 um 2.162 oder 15,9 Prozent. "Der Anstieg zeigt, dass die Regierung keine Zeit mehr verlieren darf, um endlich dauerhafte Lösungen für die Lehrstellenkrise in die Tat umzusetzen", sagt Tumpel.

Tumpel unterstützt den Vorschlag des Lehrlingsbeauftragten Blum, Betriebe gezielt zu fördern, die zusätzliche Lehrlinge aufnehmen:
"Gefördert werden müssen Betriebe, die in Zukunftsberufen ausbilden, zum Beispiel in EDV-Technik oder Mechatronik." Die Regierung müsse das Förderprogramm sofort umsetzen - und die Wirtschaft müsse dann auch ihrer Verantwortung nachkommen und endlich wieder ausreichend Lehrlinge aufnehmen.

Für Tumpel ist allerdings klar, dass weitere Maßnahmen folgen müssen, sollte die Wirtschaft trotz Klagen über Facharbeitermangel ihrer Verantwortung für die Jugendausbildung nicht gerecht werden:
Das Auffangnetz zur Jugendausbildung müsse auf 10.000 Plätze aufgestockt werden, davon sollen 4.000 Plätze in überbetrieblichen Lehrwerkstätten sein, in denen die Jugendlichen von vornherein eine qualifizierte Ausbildung bis zum Abschluss machen können. Für nötig hält Tumpel auch einen Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Betrieben. Aus den Mitteln des Lastenausgleichs sollen Betriebe prämiert werden, die für die gesamte Wirtschaft ausbilden.

Rückfragen & Kontakt:

Peter Mitterhuber
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2347
peter.mitterhuber@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0003