Patienten-Selbsthilfegruppe informiert sich über Tierversuche

Wien (OTS) - "Natürlich sind wir anfangs kurz zusammengezuckt, als uns die Medizinuniversität Wien einen Vortrag über Tierversuche angeboten hat," sagt Brigitte Aukenthaler, Gründerin und langjährige Leiterin der Selbsthilfegruppe 'Löwenzahn' für Patienten mit Multipler Sklerose.

"Man denkt sich 'Das ist sicher schrecklich, davon möchte ich lieber gar nichts wissen'. Doch als PatientInnen setzen wir große Hoffnungen in die Fortschritte der Forschung. Und wenn uns die Wissenschafter schon anbieten, über die aktuellen Forschungsansätze für die Multiple Sklerose zu sprechen und alle unsere Fragen zu beantworten, dann wollten wir das unbedingt nützen."

Rund 50 Teilnehmer in allen Erkrankungsstadien und einige Angehörige nahmen an der Veranstaltung in den Räumen der Caritas Socialis teil. Aus der geplanten Stunde wurden dann fast drei Stunden Vortrag und Fragenbeantwortung durch Prof. Udo Losert (Institut für biomedizinische Forschung) und Prof. Hans Lassmann (Institut für Hirnforschung); ergänzende Unterlagen lieferten die beiden Vortragenden noch nach.

Losert zu den Gründen für diese Informationsinitiative der Medizinuniversität: "Die besorgte Öffentlichkeit hat zum Thema 'Studien am Tier' oft schreckliche - und ganz unzutreffende - Bilder vor Augen. Dadurch fällt es schwer zu verstehen, welchen Nutzen derartige Versuche haben sollen. Das größte Interesse dafür haben naturgemäß Betroffene der jeweiligen Krankheiten und ihre Angehörige, die ja letztlich die Nutznießer der Forschung sind."

Aukenthaler: "Wissen über neue Möglichkeiten, Tipps zur Krankheitsbewältigung und emotionale Unterstützung - das sind die drei Pfeiler der erfolgreichen Patienten-Selbsthilfe. Unsere Gruppe besteht schon seit zehn Jahren und trifft sich zweimal monatlich. Unser Name 'Löwenzahn' steht für zäh, positiv, unausrottbar und gesund. Wir haben viel Spaß miteinander, machen nette Ausflüge und freuen uns auf jedes Treffen. Wir geben einander sehr viel Unterstützung und Halt. Aber wir bemühen uns auch um neues Wissen. Viele von uns haben schon selbst an neuen Studien teilgenommen."

Lassmann und Losert ergänzend: "Stichworte wie Computersimulationen, Zellkulturen, Gewebekulturen kennt jeder, aber man hat keine genaue Vorstellung von diesen und anderen biomedizinischen Methoden. Daher wollen wir darüber informieren, welche Methoden für welche konkreten Fragestellungen eingesetzt werden - dazu gehören auch Studien am Tier - und was hinsichtlich Therapie und Diagnostik von ihnen zu erwarten ist. Wir hoffen, dass sich auch viele andere Patienten-Selbsthilfegruppen für unser Angebot interessieren."

Aukenthaler abschließend: "Für uns war die Veranstaltung ein großer Gewinn. Ich kann nur jeder Selbsthilfegruppe empfehlen, die Kommunikationsinitiative der Medizinuniversität Wien zu nützen."

Absender: Susanne Krejsa, 0676/4000 999

Rückfragen & Kontakt:

Selbsthilfegruppe 'Löwenzahn' für Patienten mit Multipler Sklerose
(im Rahmen der Wiener MS-Gesellschaft)
c/o Brigitte Aukenthaler, Tel: +43/1/865 21 67
brigitte.aukenthaler@chello.at

Informationsinitiative der Medizinischen Universität Wien
c/o Univ.-Prof. Dr. Udo Losert, Tel: +43/1/40400/5220 DW
www.akh-wien.ac.at/center-biomed-research/KommunikationTier.htm

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