"Neues Volksblatt" Kommentar: "Unchristlich" (Von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 20. April 2005

Linz (OTS) - =

Habemus Joseph Ratzinger - mit der noch dazu
überraschend schnellen Wahl des Bayern zum Papst ist das eingetreten, was viele in der Kirche erwartet, manche erhofft und andere befürchtet hatten. Für Gesprächsstoff ist mit dieser Entscheidung der Kardinäle auf jeden Fall gesorgt. Es werden sich die so genannten konservativen Kreise der Kirche zu Wort melden, die den neuen Papst umgehend für sich vereinnahmen und als einen der ihren etikettieren werden. Es werden sich auf der anderen Seite die so genannten progressiven Kreise der Kirche melden, die dem neuen Papst von vornherein mit Skepsis bis Ablehnung begegnen. Beide Seiten müssen sich allerdings bewusst sein, dass sie mit ihren Einstellungen ein gerüttelt Maß an unchristlichen Vorurteilen pflegen. Joseph Ratzinger ist Papst Benedikt XVI. Das ist für die Kirche eine neue Situation, ein neuer Anfang. Und auch für den Mann aus Bayern. Jetzt gilt es, dem neuen Papst offen, ohne Voreingenommenheit und in christlicher Liebe die Chance zu geben, Taten als Pontifex zu setzen. Um es biblisch auszudrücken: An seinen Früchten wird man ihn erkennen.

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