Rack: Vorrang für Passagierrechte im Bahnverkehr

Verkehrsausschuss arbeitet am "Dritten Eisenbahnpaket"

Brüssel, 19. April 2005 (ÖVP-PD) "Das Europäische Parlament setzt sich massiv für mehr Rechte und bessere Information von Passagieren im Bahnverkehr ein. Ähnlich wie schon bei den Passagierregeln im Flugverkehr wurde heute bei der Abstimmung über das '3. Eisenbahnpaket' ein Schwerpunkt auf eine Verbesserung der Passagierrechte gelegt. Diese Regeln sollen dabei nicht nur für die Passagiere im internationalen Zugverkehr, sondern auch für die Fahrgäste im nationalen Verkehr gelten", sagte heute, Dienstag, Univ. Prof. Dr. Reinhard Rack als Mitglied im Verkehrausschuss und EVP-ED-Berichterstatter zu den Passagierdaten im Europäischen Parlament in Brüssel. ****

Insgesamt besteht das "dritte Eisenbahnpaket" aus vier einzelnen Berichten. Dabei geht es um die Liberalisierung im Personenverkehr, den Lokomotivführerschein, die Passagierrechte, also um Ausgleichszahlungen für Bahngäste, und um allgemeine Qualitätsverbesserungen im Güterverkehr. Der Verkehrsausschuss hatte heute ebenfalls beschlossen, diese Einzelberichte prinzipiell in der Paketform weiterzuführen. Das Dossier für allgemeine Qualitätsverbesserungen ist allerdings bis auf weiteres auf Eis gelegt worden.

"Was die Rechte der Passagiere betrifft, fordert der Verkehrsausschuss bei Zugverspätungen eine Entschädigung der Fahrgäste. Das kann in Gutscheinform erfolgen, es muss jedoch auch Sonderregelungen der Barauszahlung geben. Vor allem dann, wenn es sich bei dem Fahrgast um keinen Dauergast handelt. Reisende müssen aber auch grundsätzlich besser über Verspätungen, Anschlussmöglichkeiten und Verschiebungen der Fahrpläne informiert werden", fordert Rack. Bei Folgeschäden nach Zugverspätungen will der Bericht eine gleiche Formulierung wie im Luftverkehr durchsetzen. Nach diesen Vorschriften bliebe es möglich, aufgrund einzelstaatlicher Vorschriften zusätzliche Ausgleichszahlungen bei Verspätungen zu erlangen.

"Ich freue mich besonders darüber, dass es mir im Zusammenwirken mit einer Reihe von Kollegen gelungen ist, auch besondere Regelungen für Menschen mit Behinderungen in unser Regelwerk aufzunehmen. Diese sind oft nur auf die Bahn als Fortbewegungsmittel angewiesen. Heute ist der Zugang noch lange nicht in alle Fällen behindertengerecht organisiert. Daher sind für mich Fragen wie die Erreichbarkeit von Ticketautomaten, das Mitnehmen von Begleitpersonen, oder die Frage des Einladens von Rollstühlen sehr wichtig. Hier gibt es noch viel aufzuholen", betonte Rack abschließend.

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