Dieselpartikelfilter - Schirak fordert: "Versachlichung der Diskussion, Nachrüst-Förderung"

"Schluss mit der Panikmache gegen Diesel-Pkw" - Dieselfahrzeuge in Österreich lediglich für rund 5 % des gesamten Feinstaubaufkommens verantwortlich

Wien (PWK278) - "Die Verunsicherung der Konsumenten in Sachen Feinstaub-Problematik ist groß", weiß Josef Schirak, stellvertretender Obmann des Bundesgremiums Fahrzeughandel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), aus täglichen Gesprächen. Von selbsternannten Umwelt- und Verkehrsexperten werde dem Verkehr die Hauptschuld an der Feinstaubbelastung in die Schuhe geschoben. "Der Fahrzeughandel verliert durch die unsachliche Diskussion im Neu- und Gebrauchtwagenbereich möglicherweise Millionen-Euro-Beträge, wodurch viele Betriebe in ihrer Existenz bedroht werden", fürchtet er. Österreich habe mit der "Bonus-Malus-Regelung", die ab 1. Juni dieses Jahres bzw. 1. Jänner 2006 gelten wird, ohnehin einmal mehr eine "Fleißaufgabe" gemacht, denn die entsprechende EU-Abgasnorm "EU 5" sei, so Branchensprecher Schirak, trete erst 2008 in Kraft und sei derzeit noch nicht einmal ausformuliert.

Kurz- und mittelfristig würden die neu zugelassenen Diesel-Pkw mit Rußpartikelfilter die Feinstaubbelastung auch nicht wesentlich entlasten, denn, so Schirak: "Laut ARBÖ verursachen sämtliche Diesel-Pkw in Österreich lediglich 5,3 Prozent des gesamten Feinstaubvolumens. Der Rußpartikelausstoß von Pkw-Dieselfahrzeugen ist seit 1996 von 0,1 Gramm/Kilometer auf heute weniger als 0,05 Gramm/Kilometer reduziert worden." Dreimal soviel Feinstaub als durch Diesel-Pkw entstehe durch Kleinverbraucher, etwa beim Heizen. "Wenn nun in der Öffentlichkeit Diesel-Pkw für den gesamten Feinstaub-Ausstoß herhalten müssen, die anderen Verursacher jedoch ungeschoren bleiben, dann ist dies vordergründig und populistisch und daher abzulehnen."

Aus Sicht von Schirak würden ausnahmslos nur zwei Maßnahmen Sinn machen:
* Ein Bonus-Anreiz für Neufahrzeuge wie vorgesehen, jedoch kein wie immer gearteter Malus als "Bestrafung" jener Autokäufer, welche auf Grund der Nicht-Verfügbarkeit einzelner Modellreihen bei nahezu allen Fahrzeugmarken gar nicht in der Lage sind, den Bonus zu lukrieren.
* Die Förderung für den Einbau von Nachrüstfiltern: Die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen mit einem Partikelfilter - wodurch der Schadstoffausstoß um ca. 40 bis 70 Prozent reduziert werden kann -kostet derzeit zwschen 500 und 700 Euro (Kosten für Filter und Einbau inkl. MWSt.). "Sollte man auf diese Möglichkeit der Reduzierung Wert legen, wäre eine entsprechende Förderung durch den Bund ein Signal in die richtige Richtung. Die österreichische Fahrzeugwirtschaft wartet nach wie vor auf dieses Signal von Seiten der Politik", so Schirak. (JR)

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