SJ fordert Rücktritt von BZÖ-Kampl

BZÖ und FPÖ stecken im gleichen "Gesinnungssumpf"

Wien (SK) Ludwig Dvorak, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), fordert den Rücktritt des BZÖ-Bundesrat-Mandatars Siegfried Kampl. Kampl hatte in der letzten Plenarsitzung des Bundesrates Wehrmachtsdeserteure als Mörder bezeichnet und die "brutale" Verfolgung der Nazis nach 1945 beklagt. Dies bestätigte er heute im Morgenjournal von Ö1. "Solche Entgleisungen bestätigen nur, dass sich die Mitglieder des BZÖ keineswegs in ihrer ewiggestrigen Gesinnung von der FPÖ unterscheiden. Die Aussage ist als eindeutiger Versuch zu bewerten, die Verbrechen des NS-Regimes zu relativieren. Im Gegenzug werden jene, die sich durch die Desertation gegen das Regime stellten oder sich ihm einfach nur verweigerten, kriminalisiert", so Dvorak am Dienstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Dvorak widerspricht Kampls Aussage, dass in der NSDAP 100 Prozent der Bevölkerung Mitglied gewesen seien: "Der Organisationsgrad betrug in etwa 10 Prozent. Mitglied konnte außerdem nicht jeder und jede werden. Wenn Kampl sich über die Verfolgung der Nazis nach Kriegsende beschwert, stellt sich die Frage, wie er denn zu den Verbrechen des NS-Regimes steht. Die Hochstilisierung der Nazis seitens Kampl zu Opfern ist Geschichtsverfälschung und der Gipfel der Frechheit."

Dvorak betont abschließend die Forderungen der SJÖ nach voller Rehabilitierung aller Wehrmachtsdeserteure und dem Rücktritt Kampls:
"Das Argument gegen die Rehabilitierung, dass die Deserteure ihre Pflicht gegenüber dem Staat verletzten, ist hinfällig und einfältig. Mit eben dieser Begründung versuchten jene ihre Verbrechen zu vertuschen, die maßgeblich für die Gräuel des NS-Regimes verantwortlich waren. Genau dies bildete auch die 'moralische' Rechtfertigung für die SteigbügelhalterInnen der Nazis, die Demokratie zu zerstören. Wer sich heutzutage dieser Täter-Opfer-Umkehr bedient, beweist, dass er aus der Geschichte nichts gelernt hat und eines demokratischen politischen Amtes nicht würdig ist. Die Wehrmachtsdeserteure haben sich auf jeden Fall keines Vergehens schuldig gemacht. Sie haben einen Beitrag zur Befreiung Österreichs und der Wiedererrichtung der Demokratie geleistet, indem sie sich einem verbrecherischen Regime verweigerten." (Schluss) ah/mm

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