Erster Europäischer Betriebsrat nach EU-Erweiterung

GPA: Erste Bank als Vorbild für andere Unternehmen

Wien (GPA/ÖGB) - "Mit der Gründung einer grenzüberschreitenden Arbeitnehmervertretung bei der Ersten Bank AG ist der konsequente Schritt zur immer stärker wachsenden Geschäftstätigkeit des Unternehmens in den mittel- und osteuropäischen Ländern gesetzt", so Günter Benischek, Vorsitzender des Zentralbetriebsrates der Erste Bank anlässlich der heutigen Unterzeichnung der Gründungsverträge zum ersten Europäischen Betriebsrat in einem österreichischen Unternehmen nach der EU-Erweiterung.++++

Neben der Konzernleitung der Bank und österreichischen Betriebsräten aus dem gesamten Konzern der Erste Bank nehmen an den künftigen Sitzungen auch Gewerkschaftsvertretungen aus den Auslandstöchtern in der Tschechischen und Slowakischen Republik sowie aus Ungarn und Kroatien teil.

Benischek weiter: "Immer mehr Entscheidungen, die hier in Wien in der Konzernzentrale fallen, sind von Länder überschreitender Bedeutung und betreffen unmittelbar alle Beschäftigten der Gruppe. In Zukunft soll der Europäische Betriebsrat in der Erste Bank daher eine entsprechende Plattform abgeben, um kontinuierlich und in strukturierter Weise entsprechende Informationen auszutauschen, notwendige Abstimmungen vorzunehmen, die sich etwa aus den unterschiedlichen Dienstrechten unserer Länder ergeben und mit der Konzernleitung zu entsprechenden Beratungen zusammenzutreten. Ein erster Meilenstein des Europäischen Betriebsrates ist etwa Koordinierung und das Controlling der Verteilungsspielregeln für das neue Modell der Mitarbeiterbeteiligung im Unternehmen."

Seit 1994 gibt es eine entsprechende EU-Richtlinie, die es den Beschäftigten in internationalen Konzernen ermöglichen, eine Länder überschreitende Arbeitnehmervertretung einzurichten, die mit entsprechenden Informations- und Anhörungsrechten über wesentliche wirtschaftliche, soziale und personelle Entscheidungen ausgestattet ist. Europaweit bestehen derzeit etwa 800 solche Europäische Betriebsräte, mehrere davon auch in Konzernen mit Stammsitz in Österreich.

"Waren bislang in erster Linie industrielle und industrienahe Unternehmensgruppen betroffen (u.a. OMV, RHI, voestalpine, MIBA Wienerberger, Porr AG) so wird sich diese Landschaft mit der EU-Erweiterung erheblich ändern. Auch in anderen Branchen und hier in erster Linie im Bereich der Finanzdienstleistungen gehören österreichische Unternehmensgruppen mit zu den größten Investoren in den neuen EU-Beitrittsländern", so Wolfgang Greif, der internationale Sekretär der GPA.

"Die Erste Bank, die nun nach der EU-Erweiterung als erster dieser neuen big player in Mittel- und Osteuropa einen Europäischen Betriebsrat gegründet hat, kann als echtes Vorbild gelten, nicht nur für den österreichischen Bankensektor. Mehr als 100 österreichische Unternehmen in unterschiedlichen Branchen könnten diesem Beispiel folgen und so der Internationalisierung der Geschäftstätigkeit auch eine solche der gewerkschaftlichen Vernetzung folgen lassen", so Greif.

ÖGB, 19. April
2005
Nr. 221

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