Heizkosten: Vorsicht vor ungerechtfertigten Aufschlägen!

AKNÖ: Ein "Sicherheitszuschlag" von 20 % ist nicht gestattet!

Wien (AKNÖ) - Eine Konsumentin aus St. Pölten staunte nicht schlecht, als sie bemerkte, dass auf ihrer Heizkostenabrechnung ein Aufschlag von 20 % verrechnet worden war. Dass die Konsumentin zwei Ablesetermine versäumt hatte, berechtigt die Abrechnungsfirma nicht zu derartig hohen Aufschlägen. Die AKNÖ intervenierte in Kooperation mit der Mietervereinigung, die Konsumentin muss den Zuschlag nicht bezahlen.

Zwei Ablesetermine hatte Frau B. versäumt. Dann traf eine Heizkostenforderung in der Höhe des Vorjahresverbrauchs plus einem 20-prozentigen Aufschlag ein. Der 20-prozentige Aufschlag wurde als so genannter "Sicherheitsaufschlag" den anderen Hausparteien gegenüber gerechtfertigt. Dieser sollte sicherstellen, dass einem Kunden "durch das Entziehen der Verbrauchsmessung kein Vorteil" erwachse. Frau B., die die zwei Ablesetermine keineswegs bewusst versäumt hatte, wollte dieser Argumentation keinen Glauben schenken und wandte sich an die Konsumentenschützer der AKNÖ.

Die ganze Liegenschaft berücksichtigen

Tatsächlich stellte sich heraus, dass die Rechtsansicht der für die Heizkostenabrechnung zuständigen Firma falsch war. Wenn Vorjahreswerte zur geschätzten Ermittlung der Heizkosten herangezogen werden, müssen Trends der gesamten Liegenschaft, also des ganzen Hauses, berücksichtigt werden, teilte die Mietervereinigung auf Anfrage mit. Das heißt, dass ein 20-prozentiger Aufschlag nur dann gerechtfertigt gewesen wäre, wenn es im ganzen Haus eine derartige Steigerung gegeben hätte. Mit dieser Rechtslage konfrontiert, erklärte sich die Abrechnungsfirma bereit, den 20-prozentigen Aufschlag an Frau B. zurückzuerstatten.
AKNÖ-Experte Ing. Horst Krumholz rät den Konsumenten: "Zahlen Sie die Rechnungen nicht unhinterfragt ein, sondern kontrollieren Sie, ob die Summe auf dem Zahlschein auch wirklich nachvollziehbar ist!" Im Zweifelsfall helfen Mieterschutzorganisationen bei einer Überprüfung.

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