ÖAMTC: Risiko Dunkelheit - 30 Prozent aller im Straßenverkehr Getöteten verunglücken nachts

Trotz geringerem Verkehrsaufkommen hohe Zahl schwerer Unfälle

Wien (ÖAMTC-Presse) - 12 Prozent aller in der Statistik verzeichneten Verkehrsunfälle passieren bei Dunkelheit. Wirft man einen Blick auf die Zahl der tödlichen Unfälle, steigt diese rapide an. Denn rund 30 Prozent aller im Straßenverkehr Getöteten verunglücken nachts. Laut Unfallstatistik sind im vergangenen Jahr 257 Menschen bei nächtlichen Unfällen gestorben. "Die Unfälle bei Dunkelheit sind schwerer, die Unfallfolgen gravierender", warnt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa. Besonders gefährdet sind Lkw-Lenker, Auto- und Mopedfahrer. Auch Fußgänger trifft ein erhöhtes Risiko. Ein Drittel aller getöteten Fußgänger ist im vergangenen Jahr bei Dunkelheit verunfallt. "Faktoren wie schlechte Sicht, Alkohol, Übermüdung und überhöhte Geschwindigkeit sind für das größere Risiko in der Nacht mitverantwortlich", sagt die ÖAMTC-Expertin.

75 Prozent der nächtlichen Unfälle passieren außerhalb des Ortsgebietes, mehr als die Hälfte davon sind Alleinunfälle ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer. Dunkelheit erfordert eine besonders vorrausschauende Fahrweise, weil weniger visuelle Informationen zur Verfügung stehen und die Augen übermäßig beansprucht werden. "Auch wer am Tag gut sieht, kann in der Nacht Probleme haben. 90 Prozent der Informationen aus dem Straßenverkehr werden über die Augen wahrgenommen", weiß die ÖAMTC-Expertin. Hindernisse werden später gesehen und andere Verkehrsteilnehmer schlechter erkannt. Dementsprechend muss die Geschwindigkeit angepasst werden, was sehr oft nicht passiert. "Auf Freilandstraßen reizt außerdem die geringe Verkehrsdichte zu schnellerem Fahren", warnt Donosa.

Zu häufigen Fehleinschätzungen führt auch übermäßiger Alkoholkonsum. 35 Prozent der alkoholisierten Unfallopfer verunglücken bei Dunkelheit. Besonders dramatisch ist die Situation an Wochenenden. Dann steigt vor allem die Zahl der alkoholisierten Jugendlichen. Viele Fahrer unterschätzen auch die eigene Leistungsfähigkeit. Gerade auf längeren Wegen siegt oft die Müdigkeit über die Konzentration. Eine eingeschränkte Wahrnehmung, eine längere Reaktionszeit, Fehleinschätzungen von Geschwindigkeiten und Entfernungen sind die Folge.

Die "Musts" der ÖAMTC-Expertin für mehr Sicherheit in der Nacht:
Optimale Beleuchtung von Straßen und Schutzwegen, funktionierendes Licht bei Fahrzeugen und reflektierende Kleidungsstücke bei Fußgängern. "Das Wichtigste ist, sich der Gefahr bewusst zu sein und seine Fahrweise den veränderten Sichtbedingungen bei Dunkelheit anzupassen", sagt Donosa. Anzeichen von Übermüdung müssen ernst genommen werden, bei starken Ermüdungserscheinungen gilt es unbedingt eine Schlafpause einzulegen. Und das absolute Muss: "Auf Alkohol verzichten, wenn man noch vorhat Auto zu fahren", so die ÖAMTC-Expertin abschließend.

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ÖAMTC-Pressestelle/Claudia Kesche

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