IFK: Vortrag über die Adressierung der Stadt

Wien (OTS) - Kommenden Montag (18.4.) referiert der Historiker und Junior-Felowship Anton Tantner zum Thema "Die Adressierung der Stadt" im Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK).

Das auf den ersten Blick sperrig wirkende Thema behandelt die oftmals unbedachte Kontroll-Funktion , die ab dem 17., vor allem aber ab dem 18. Jahrhundert zur Adressierung der Häuser führte. Für Wien sind die ersten Versuche, die Häuser mit Nummerierungen auszustatten für die Zeit ab 1750 festmachbar. Begründet wurden diese Maßnahmen des absolutistischen Staates zuerst mit dem Argument effizienterer Verbrechenbekämpfung, später kamen fiskalische und militärische (Rekrutierungs)Strategien hinzu. Aus der Sichtweise des "Hauses" gingen damit die wohlgehüteten "Geheimnisse" um Vermögen und Arbeit verloren. Das Haus reduzierte sich zunehmend auf die reine Wohnfunktion, umgeben von neuen stattlichen Zugriffsrechten.

Im Oktober 1770, also knapp 20 Jahre nach den ersten Überlegungen und Versuchen, startete in Wien die Adressierung der Häuser. Das bis dahin gebräuchliche Modell, Häuser mittels Namensgebungen zu identifizieren, war zu dieser Zeit bereits an seine Grenzen gestoßen, zählte man doch etwa insgesamt 29 Häuser mit den Namen "Zum schwarzen Adler". In weiterer Folge wurden im 19. jahrhundert immer wieder neue Adressierungssysteme über die Stadt gelegt, so etwa 1862, als die bis heute gebräuchlichen straßenweisen Orientierungsnummern eingeführt wurden.

Details auch unter:

o http://hausnummern.tantner.net/ o http://www.ifk.ac.at/

o Termin: Montag, der 18. April 2005 Ort: IFK (1., Reichsratstrasse 17) Beginn: 18.00 Uhr

(Schluss) hch/

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