Seeber: EU will Wiederverwertung von Autoteilen steigern

EU soll Weltmarktführer bei Materialforschung werden

Strassburg, 14. April 2005 (ÖVP-PD) "Es ist wirtschaftlich und umweltpolitisch sinnvoll, wenn die EU eine möglichst hohe Wiederverwertbarkeitsrate bei Autos erreichen will. Ich unterstütze die Zielsetzung der EU, bis zu 85 Prozent der Autoteile wiederverwertbar zu gestalten. Dennoch muss auch weiterhin die Sicherheit der Bürger an erster Stelle stehen. Gerade ein Produkt wie ein Auto muss in erster Linie sicher sein. Die Recyclingfähigkeit muss an zweiter Stelle stehen", betonte der umweltpolitische Sprecher der ÖVP-Delegation im Europäischen Parlament, Dr. Richard Seeber. "In jedem Fall setzt eine erfolgreiche Umsetzung dieses Richtlinienvorschlags voraus, dass Europa neue und zusätzliche Anstrengungen im Bereich der Materialforschung setzt. Das ist ein stark wertschöpfender Wirtschaftssektor, bei dem die EU die Weltmarktführung anstreben könnte und sollte", so der Tiroler Europaabgeordnete. ****

Der Richtlinienvorschlag legt die erforderlichen Bestimmungen fest, um sicherzustellen, dass neue Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge bis zu 3,5t so konstruiert werden, dass sie die geforderten Mindestquoten hinsichtlich Wiederverwendbarkeit, Recyclingfähigkeit und Verwertbarkeit erfüllen. "Diese Bestimmungen sollen in das EG-Typgenehmigungssystem aufgenommen werden. Bei Personenkraftwagen sollen sie auch Teil des Fahrzeuggenehmigungsverfahrens werden, das für alle neuen PKW verbindlich ist", informierte Seeber in Strassburg.

Das Europaparlament setzt sich massiv dafür ein, die Regeln so einfach und transparent wie möglich zu gestalten. Gefordert wird ein ständiger Dialog zwischen den zuständigen Behörden und den Autoproduzenten, die dann im Einvernehmen 'repräsentative Fahrzeuge' der einzelnen Hersteller aussuchen, um den Prüfvorgang zu gestalten.

"Es ist nicht sinnvoll, wegen eines neuen oder zusätzlichen Extras den gesamten Prüfablauf für diesen Autotyp erneut durchzuführen. Wichtig sind einfache und ohne zu großen Aufwand durchführbare Prüfungen, um die Verfahren nicht zu komplizieren", betonte Seeber. Auch bei den anzuwendenden Fristen müsse realistisch vorgegangen werden: "Es ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, wenn auf Grund zu knapp bemessener Fristen bei der Umsetzung der Richtlinie beispielsweise ganze Autoserien umkonstruiert werden müssten, die ohnedies kurz vor ihrem Zyklusende stehen. In diesem Falle sollte man akzeptieren können, dass die neuen Vorschriften erst mit der neuen Modellserie angewendet werden", forderte Seeber.

Das Parlament setzt sich daher für eine Übergangsfrist von 54 Monaten ein und lehnt die von der Kommission ursprünglich vorgesehene Frist von 36 Monaten ab.

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