Reformstrategie der Zukunftskommission: Qualitätsentwicklung vor Strukturreform

Ergebnis entstand in unabhängiger Arbeit

Wien (OTS) - Der Vorsitzende der Zukunftskommission, DDr. Günter Haider dankte Ministerin Gehrer bei der Präsentation des Abschlussberichts für ihr Vertrauen und dafür, dass sie ihren Bericht unabhängig ausarbeiten konnte. Im Zentrum der Reformstrategie steht dabei das Reformziel, die Schule und den Unterricht systematisch zu verbessern.

Die Zukunftskommission begründet dies in ihrem Abschlussbericht mit folgenden wissenschaftlichen Argumenten: "Sowohl Ergebnisse neuerer Leistungsmessungen (vor allem PISA) als auch die seit mehr als einem Jahrzehnt laufenden Überlegungen zur Qualitätsverbesserung in den Schulen sowie die Analyse der Rahmenbedingungen in Österreich legen nahe, die Lehr-/Lernprozesse im Unterricht, die Unterrichtsinhalte und die Unterrichtsmethoden, somit ‚Guten Unterricht' in das Zentrum von Reformmaßnahmen zu rücken." Das Schwergewicht der Vorschläge der Zukunftskommission liege daher auf Unterrichtsverbesserungen durch Maßnahmen zur Schulentwicklung und Qualitätssicherung. Äußere Strukturveränderungen (Gesamtschule, Verlängerung der Volksschulzeit, Verlängerung der Schulpflicht etc.) werden als langfristige Projekte angesprochen, spielen aber im vorliegenden Konzept keine Rolle.

In einem Exkurs "Qualitätsentwicklung versus Strukturänderung" verweist die Zukunftskommission darauf, dass die internationalen Erfahrungen zur Schulstruktur uneindeutig sind: "Wir finden sowohl Beispiele für integrative Systeme mit unterdurchschnittlichen (z.B. Italien), als auch gegliederte Systeme mit überdurchschnittlichen Ergebnissen (z.B. Niederlande). Zudem nehmen im innerdeutschen Vergleich jene Bundesländer Spitzenpositionen ein, die ausschließlich mit gegliederten Systemen arbeiten". Auch die Expertenmeinungen gehen laut Zukunftskommission in dieser Frage auseinander.

Die Zukunftskommission stellt fest, dass es "Die Gesamtschule" nicht gibt. Verschiedene Modelle der Schulstruktur haben verschiedene Stärken und Schwächen. Die Einrichtung einer von Ministerin Gehrer vorgeschlagenen Expertengruppe, die sich mit diesen Fragen wissenschaftlich auseinander setzt, bezeichnet die Zukunftskommission als sinnvoll. Die Zukunftskommission hält aber auch deutlich fest, dass die Schulstruktur nicht ausschlaggebend für die Weiterentwicklung der Qualität des Schulwesens ist, sondern die systematische Verbesserung von Schule und Unterricht, weshalb diese im Zentrum der Arbeit der nächsten Jahre steht.

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