Wasserrahmenrichtlinie: Ist-Bestandsanalyse 2004 positiv abgeschlossen

Heute Informationsveranstaltung im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung

Wien (OTS) - Die "Ist-Bestandsanalyse gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie" konnte in den zurückliegenden 24 Monaten in einer hervorragenden Zusammenarbeit mit den Bundesländern durchgeführt werden. Der vorliegende Bericht zeigt einerseits die umfassenden Erfolge im Bereich der Abwasserreinigung sowie anderseits die Herausforderung. Diese liegen in der Strukturverbesserung, der Behandlung der Restwasserproblematik und der Sicherung der Durchgängigkeit der Gewässer für die zur Arterhaltung notwendige Fischwanderung. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung wird heute der Bericht öffentlich diskutiert. Dies teilt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft mit.****

Die Ergebnisse der Ist-Bestandsanalyse bestätigen eindrucksvoll die Wirksamkeit der Maßnahmen, die in Österreich bei der Beseitigung der aus kommunalen und industriellen Quellen stammenden organischen Verschmutzungen, Nährstoffbelastungen und chemischen Schadstoffverunreinigungen bei Flüssen, Seen und Grundwasser ergriffen wurden. Gegenwärtig ist bei allen 62 großen Seen und bei 80 bis 90 Prozent der Fließgewässer eine Erreichung des guten Zustandes gesichert. Bei Grundwasser besteht auf lediglich knapp 3,6 Prozent der Staatsfläche das Risiko, den guten chemischen Zustand zu verfehlen. Damit ist eine ausgezeichnete Ausgangslage für die weitere Verbesserung des Gewässerzustandes gegeben.

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie gibt der Wasserpolitik jedoch auch zusätzliche Schwerpunkte: Die Gewässer sollen umfassend als Lebensräume gesichert werden. Der überwiegend alpine Charakter Österreichs und die daraus resultierende Schutznotwendigkeit für die Bevölkerung gegen Hochwasser und Vermurungen, aber auch die Bemühungen nachhaltig Energie aus Wasserkraft zu erzeugen, haben an den Gewässern zu Veränderungen geführt. Nach den EU-Kriterien ist der "gute ökologische Zustand" an etwas mehr als der Hälfte unseres Gewässernetzes beeinträchtigt.

Die Regulierung unserer Gewässer zum Schutz des Lebens- und Wirtschaftsraumes haben Einschränkungen für die Lebewelt der Gewässer mit sich gebracht. Wehranlagen und Sohlstufen in Gewässern führen dazu, dass die Wanderung der Fische eingeschränkt wird. Dies hat unter bestimmten Umständen Einfluss auf die Artenvielfalt. Ein ökologisches und auch landschaftliches Problem sind Gewässerstrecken, in denen infolge Ausleitung des Wassers zur Wasserkraftnutzung eine zu geringe Wasserführung gegeben ist.

Weitere Probleme ergeben sich aus zu harter Ufergestaltung, die den Fischen die Möglichkeit von Laichplätzen nimmt sowie die zur Optimierung der Wasserkraftnutzung künstlich herbeigeführten raschen Anstiege des Wasserspiegels - der Schwall - die die Gewässer "durchputzen" und Lebensräume gefährden. Hier ist die Verantwortung der Kraftwerksbetreiber gefordert.

Die Sicherheit des Siedlungsraumes ist ebenso ein gesellschaftliches Ziel, wie die Erzeugung von nachhaltiger Energie in Form von Wasserkraft. Daher ist ein Ausgleich zwischen dem Rückbau zur Wiederherstellung des "guten ökologischen Zustandes" und den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfordernissenzu suchen.

Kurzfristig ist jedenfalls eine besondere Unterstützung für Musterprojekte zur Verbesserung der Gewässerökologie notwendig. Damit sind bereits vor den gesetzlichen Endfristen Erfahrungen und Erfolge sicherzustellen.

Großräumige Verbesserungen sind so bereits möglich geworden bei Drau und Lech. Das vom Land Niederösterreich durchgeführte Huchenprojekt an der Pielach, sowie die gemeinsam mit der Wasserkraft erfolgende Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Donau für Fische beim Donaukraftwerk Melk, wobei auch der Mündungsbereich der Ybbs eingebunden wird, sind weitere Beispiele.

Der Bericht ist im Internet utner
http://publikationen.lebensministerium.at/ zu finden.

(Schluss)

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