Schenner erwartet Umsatzplus im Wintertourismus

"Herbstferien würden Saison und damit Beschäftigung verlängern"

St. Anton (PWK265) - Zufrieden mit dem Verlauf der Wintersaison 04/05 zeigt sich der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat Hans Schenner. Die touristischen Umsätze dürften unter dem Strich um drei bis vier Prozent höher liegen und damit das bereits ausgezeichnete Ergebnis des vorigen Winters (9,39 Milliarden Euro) übertreffen. "Das unterstreicht einmal mehr, dass der Tourismus ein verlässlicher und stabiler Teil der österreichischen Wirtschaft ist", erklärte Schenner Mittwoch Abend im Gespräch mit Journalisten.

Die Entwicklung zeigt auch, so Schenner weiter, dass die Leute nicht gerne auf ihren Urlaub verzichten. "Die Nachfrage war diesmal sehr konzentriert und vor allem zu den Saisonspitzen ausgezeichnet". Gut gelaufen ist nach bisher vorliegenden Ergebnissen der Tourismus im März - genaue Zahlen liegen allerdings noch nicht vor.

Schenner sprach sich in der Diskussion für die Einführung von Herbstferien aus. "Das würde die Saison und somit die Beschäftigung verlängern", meinte der Branchensprecher. Allerdings wäre in diesem Fall eine europäische Koordinierung gefragt, um nicht die Fehler beim viel kritisierten Ablauf der Semester- und Wintersportferien zu wiederholen. Herbstferien würden auch einen Anreiz zur Entwicklung neuer jahreszeitenunabhängiger Dienstleistungen liefern.

Die Bundessparte Tourismus nützt die Tourismus-Plattform im Europäischen Parlament, um Abgeordnete aller Fraktionen für eine bessere Ferien-Koordination auf europäischer Ebene zu gewinnen. Eine solche würde die saisonalen Beschäftigungsschwankungen mildern, die Dauer der Arbeitslosigkeit zwischen den Zeiten der Hochsaison verkürzen und die touristische Infrastruktur gleichmäßiger auslasten.

Nicht zu verstecken brauche sich der Tourismus in Hinblick auf die laufende Arbeitsmarktdiskussion, hob Schenner hervor. Derzeit zählt das Beherbergungs- und Gaststättenwesen 175.572 Beschäftigte, um 5.120 Personen mehr als vor einem Jahr. Die generelle Arbeitslosigkeit hat im März 05 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent zugenommen, der Tourismus liegt um sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Diese positive Entwicklung ist sicherlich auch der guten Schneelage und den frühen Ostern zu verdanken.

Ein besonderes Anliegen ist Schenner die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Betriebsübergabe. So sollten Unternehmensnachfolger und Unternehmensgründer gleich behandelt werden. "Nachfolger sind ebenso wie Gründer Personen, die sich erstmals selbständig machen und somit Verantwortung übernehmen", betonte der Tourismus-Obmann. Zusätzlich zum gewaltigen organisatorischen Aufwand komme noch eine enorme steuerliche Belastung. Dieser müsse Einhalt geboten werden.

In Österreich werden jährlich etwa 5.000 bis 5.500 Betriebe übergeben. Von diesen Übertragungen fallen etwa 35 Prozent in die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft. Die Tourismusbranche liegt damit an erster Stelle, noch vor dem Handel mit etwa 24 Prozent. "In den nächsten zehn Jahren steht ein großer Generationenwechsel bevor. Die Tourismusbranche hat daher großes Interesse an möglichst fairen Bedingungen". Als konkrete Forderungen nannte Schenner: Alle Begünstigungen des Neugründungs-Förderungsgesetzes sollen auch für Betriebsneugründer gelten. Bei den Einkünften aus der Unternehmensveräußerung sollte der "lächerliche" Freibetrag von 7.300 auf 100.000 Euro angehoben werden. Und bei unentgeltlicher Unternehmensübertragung (Schenkung/Erbschaft) sollte die Erbschafts-bzw. Schenkungssteuer völlig gestrichen werden. Ansonsten könnte die Unternehmenseinheit in vielen Fällen nicht gewährleistet werden. "Es geht hier um zahlreiche Jobs", warnte Schenner. (hp)

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