AK zu ÖIAG: "Gratuliere! Sie haben hunderte Millionen Euro vernichtet!"

Schuldenfreie ÖIAG bringt erhebliche Nachteile für den Wirtschaftsstandort Österreich und gefährdet heimische Arbeitsplätze

Wien (OTS) - "Das Familiensilber ist zu Gold geworden", für die privaten Investoren, nicht aber für ArbeitnehmerInnen und den Wirtschaftsstandort Österreich, kritisiert die AK die aktuelle Werbekampagne der ÖIAG. Die ÖIAG ist zwar schuldenfrei, dafür wurden Paradeunternehmen verscherbelt, Arbeitsplätze abgebaut und Volksvermögen durch Beteiligungskäufe in den Sand gesetzt. "Von einem happy end angesichts der gefährdeten Arbeitsplätze zu sprechen, ist ein Hohn", sagt Maria Kubitschek, Wirtschaftsbereichsleiterin in der AK.

Die ÖIAG wirbt mit einer Informationskampagne an alle Österreicherinnen und Österreicher, dass die ÖIAG nun Gewinne statt Schulden hat - z.B. "Gratuliere! Sie sind schuldenfrei". "Es ist verständlich, wenn sich ein Buchhalter freut, dass er endlich schwarze Zahlen schreibt", sagt Kubitschek, "es ist unverständlich, dass sich der Finanzminister freut, wenn die Schulden zu Lasten des Wirtschaftstandortes Österreich und der Arbeitnehmer abgebaut wurden."

Die ÖIAG Beteiligungen hatten sich gut entwickelt, voestalpine, Böhler-Uddeholm und Austria Tabak waren schon vor der Privatisierung Spitzenunternehmen. "Wären die Beteiligungen nicht verkauft worden, kämen die hohen Dividenden nicht ausschließlich den privaten Investoren in aller Welt, sondern der ÖIAG und damit letztendlich den Österreichern zu Gute", sagt Kubitschek. Durch sämtliche Beteiligungsverkäufe wurden hunderte Millionen Euro an Volksvermögen in den Sand gesetzt. Auf sichere Dividendeneinnahmen für den Staat wird dadurch für immer verzichtet, ganz zu schweigen von den Kosten der Personalrochaden. Die AK erinnert an Privatisierungsflops, z.B., dass der Börsegang der Telekom 2000 durchgepeitscht und das Anteilspaket verschleudert wurde. Mehr als 90 Prozent der "Volksaktien" gingen an institutionelle Investoren. Oder es platzten die Geheimverhandlungen über den Verkauf der voestalpine an Magna (Plan "Minerva").

Bereits jetzt ist klar, dass bei der VA Tech zahlreiche Arbeitsplätze wackeln, die geplanten Verkäufe z.B. der österreichischen an die deutsche Post dramatische Auswirkungen auf den Standort Österreich gehabt hätten. Und der ÖIAG-Ausstieg bei voestalpine und Böhler-Uddeholm könnte früher oder später feindliche Übernahmen begünstigen. Und letztlich wurden und werden weiterhin Arbeitsplätze, ganze Standorte und heimische Konzernzentralen aufs Spiel gesetzt. Bei der Post spricht sich die AK gegen einen Börsegang aus. "Stehen nach einem Börsegang die Gewinne der Aktionäre im Vordergrund, würden entweder die Leistungen schlechter oder die Preise teurer. Zudem wären auch Arbeitsplätze gefährdet", warnt Kubitschek. Die Übernahme der VA Tech durch Siemens wird derzeit durch die EU-Kommission geprüft. Den Betrieben Weiz und Wien-Penzing drohen durch die Beendigung der Kooperation mit US-Multi General Electric starke Auftragsverluste, allein dadurch sind 800 Arbeitsplätze ernsthaft gefährdet. "Die ÖIAG-Kampagne spricht von einer Sicherung der Arbeitsplätze, davon kann keine Rede sein", so Kubitschek.

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