Kärntner Biomasse-Technologie für Bulgarien

LH Haider und Vizeminister Ermenkov unterzeichnen Vereinbarung im Rahmen der Energiegespräche Ossiach

Klagenfurt (LPD) - Kärnten und Bulgarien haben heute, Mittwoch, eine Kooperation im Bereich der Biomasse-Energie fixiert. Die Unterzeichnung der Vereinbarung erfolgte durch Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider und den bulgarischen Vizeminister für Energie, Tasko Ermenkov, im Rahmen der Energiegespräche Ossiach. Dort referieren und diskutieren bis einschließlich Freitag namhafte Energie- und IT-Experten sowie Wirtschaftstreibende und Politiker über das Leitthema "Eastern Energy".

Für den Landeshauptmann muss das erweiterte Europa in der Energieversorgung unabhängiger werden und "mit einer klaren Energiepolitik auf die Herausforderungen an der Ölfront antworten". Die Höchstpreisphase beim Erdöl und steigende Energiepreise würden nämlich Erwartungen und Hoffnungen in das Europäische Wirtschaftswachstum bremsen. Davon seien auch Arbeitsplätze und die Sicherheit von Existenzen betroffen, meinte er.

Kärnten nutze bereits seine Zukunftschancen durch neue Formen der Energieproduktion und des Energiemanagements. Im Bereich der erneuerbaren Energie sei es mit einem Gewinnungsanteil von 42 Prozent Österreichweit Vorreiter. Kärnten optimiere seine Wasserkraftressourcen, forciere die Errichtung von Biomasse- und Biogasanlagen, fördere und nutze die Solarenergie und setze zudem auf die Biodieselproduktion. Durch den Aufbau eines Bioclusters will das Land diesen Bereichen weitere positive Impulse geben. Ziel sei es, die erneuerbare Energie zu einem Exportartikel Kärntens zu machen, strich Haider hervor, für den die Energie-Initiativen des Landes zusätzliche Beschäftigungseffekte auslösen und heimische KMUs stärken.

Wie Vizeminister Ermenkov ausführte, wolle auch Bulgarien seine Energieabhängigkeit durch eine effizientere Nutzung des produzierten Stromes reduzieren. Die Vereinbarung mit Kärnten sieht darum ein Drei-Phasen-Projekt vor. Zuerst soll Bulgariens Energiesystem analysiert werden, wobei man die passende Biomassetechnologie für ein Kraftwerk in der Region Ihtiman identifizieren will. In Phase zwei soll dort eine Biomasseanlage mit Technologie "Made in Kärnten" installiert werden. In Folge will Kärnten seine Technologie auch in anderen bulgarischen Regionen sowie den Ländern Südosteuropas anbieten.

Bei den Energiegesprächen referierte auch Österreichs Staatssekretär für Verkehr, Innovation und Technologie, Eduard Mainoni. Er strich die Wichtigkeit einer verlässlichen, preiswerten und umweltschonenden Energieversorgung hervor. Österreich setze dazu u.a. verstärkt auf erneuerbare Energieträger und den grenzüberschreitenden Ausbau der Energienetze. Zudem soll der spezifische Energieverbrauch in Öster-reich bis zum Jahr 2010 um 1,6 Prozent pro Jahr gesenkt werden.

Der Systemforscher, Visionär und alternative Nobelpreisträger Hans-Peter Dürr nannte die Energie den "Motor des Lebens", da sie den Lebensprozess auf der erde ermögliche. Daher müssten sich die Menschen angesichts des gesteigerten industriellen Energiebedarfs auch über die Konsequenzen bzw. Probleme nachdenken, welche die Endprodukte der Energiegewinnung bewirkten. Als Beispiele nannte Dürr die Brennstäbe aus der Kernenergiegewinnung und die CO2-Emmissionen der fossilen Kraftwerke. So sei im Sinne eines stabilen Ökosystems auf die Frage der Nachhaltigkeit zu achten und der Mensch müsse sich dessen bewusst sein, dass seine "Rahmenbedingungen einen Plafond bekommen haben". Der Mensch sei ins Biosystem eingebettet und müsse daher sehen, wie weit er es beanspruchen könne. "Wir sind die ersten die abstürzen, weil wir in der Pyramide ganz oben sind", warnte der Systemforscher. Denn: "Die Natur kann ohne uns leben, wir aber nicht ohne die Natur."

Die Energiegespräche in Ossiach wurden 1997 von Albrecht Reuter von der IRM Integriertes Ressourcen Management AG initiiert und finden seither alle zwei Jahre mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunktthemen statt. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, Zukunftsbilder einer menschengerechten Energieversorgung und die damit verbundene energiepolitische Willensbildung zu reflektieren, die dafür notwendigen Methoden der Energieplanung und der IT zu erörtern und die Bedeutung der Energiedrehscheibe Süd- und Osteuropa zu diskutieren. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Landes Kärnten.

Presseakkreditierungen können im Tagungsbüro (bis 15. April) erfolgen. Die Kontaktadresse dafür: Energiegespräche Ossiach '05, Stift Ossiach, A-9570 Ossiach; Tel.: +43 (1) 409 79 36-66; Fax: +43 (1) 409 79 36-69; E-Mail: office@energytalks.com. Für den Pressekontakt steht Gottfried Haber vom Institut für Wirtschaftswissenschaften der Universität Klagenfurt unter Tel. +43 (664) 820 41 80 und per E-Mail unter gottfried.haber@energytalks.com zur Verfügung.

(S E R V I C E: Informationen im Internet unter:
www.energytalks.com)
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