ÖGB-Frauen zu Steibl: Beteiligen Sie sich an unserer Einkommenskampagne

Csörgits: Wer in Niedriglohnbranchen bremst, das sind die Arbeitgeber

Wien (ÖGB) - "Wer in den Niedriglohnbranchen die Umsetzung von 1.000 Euro Mindestlohn verhindert, das sind die Arbeitgeber. ÖVP-Familiensprecherin Ridi Steibl soll auf ihre Parteifreunde im Wirtschaftsbund einwirken, anstatt unseriöse Attacken gegen die ÖGB-Frauen loszulassen", stellt ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits zu der heutigen Aussendung der Nationalratsabgeordneten Steibl fest. Csörgits fordert Steibl auf, sich an der aktuellen Einkommenskampagne der ÖGB-Frauen zu beteiligen.++++

"Die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter arbeiten ständig für faire Arbeitsbedingungen und gerechte Einkommen für die ArbeitnehmerInnen - auch wenn Frau Steibl daran nur sporadisch interessiert zu sein scheint", stellt Csörgits klar. Als Erfolg in der Kollektivvertragspolitik erwähnt die ÖGB-Frauenvorsitzende den BAGS-Kollektivvertrag, der seit Juli 20004 in Kraft ist. "Der Kollektivvertrag gilt für die - mehrheitlich weiblichen -Beschäftigten aus dem privaten und sozialen Gesundheitsbereich, für die Kinder- und Jugendwohlfahrt und den Bereich der Behindertenarbeit." In dem Kollektivvertrag konnte zum Beispiel nach mühevollen Verhandlungen durch die drei Gewerkschaften GPA, HTV und HGPD mit der Arbeitgeberseite für Heimhilfen ein Einstiegsgehalt von 1.265,90 Euro vereinbart werden.

"Wir tun was zur Verbesserung der Situation der Arbeitnehmerinnen, während Sie selbst die Verschlechterungen, die die Bundesregierung verursacht, schön reden", antwortet Csörgits auf Steibls Attacken. So sei es den Gewerkschaften in einer Reihe von Kollektivverträgen gelungen, die Stolpersteine, die die Regierung im Kinderbetreuungsgeld verankert hat, durch kollektivvertragsrechtliche Regelungen abzufangen. "Die kündigungsgeschützte Karenz und die Bezugsdauer des Kindergeldes sind unterschiedlich lang. Viele Eltern wissen das nicht. Bleiben sie bis zum Ende des Kindergeldbezuges zuhause, riskieren sie die Entlassung und den Verlust der Abfertigung." Das von den Gewerkschaften in viele Kollektivverträge hineinverhandelte Frühwarnsystem für Eltern in Karenz sieht vor, dass die Arbeitgeber die Eltern zeitgerecht und schriftlich über das Ende der kündigungsgeschützten Karenz informieren müssen. "Tun sie das nicht, stellt das Fernbleiben vom Arbeitsplatz bis zum Ende des Kindergeldbezuges keinen Entlassungs- bzw. Kündigungsgrund dar und auch die Abfertigung bleibt erhalten", präzisiert Csörgits.

Neben der Anhebung der Niedrigsteinkommen seien zudem weitere Maßnahmen nötig, damit Frauen bessere Einkommenschancen hätten, so Csörgits. "Dazu gehören mehr Kinderbetreuungsplätze, aber auch eine Qualifizierungsoffensive für Wiedereinsteigerinnen und viele andere Maßnahmen. Wir ÖGB-Frauen haben deshalb bereits am 8. März, dem Internationalen Frauentag, eine Kampagne zum Schließen der Einkommensschere gestartet. Frau Steibl ist eingeladen, unsere Forderungen zu unterstützen", so Csörgits abschließend.

SERVICE: "Ganzer Lohn statt halber Sachen. Machen wir die Schere zu!" lautet das Motto der Einkommenskampagne der ÖGB-Fauen. Unterstützen Sie die Forderungen zum Schließen der Einkommensschere unter www.oegb.at.

ÖGB, 13. April
2005
Nr. 212

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