Tumpel zu Gehrer: "Schulreform-Vorschläge komplett umsetzen"

Einführung von Vorschuljahr, Recht auf ganztägige Betreuung und gemeinsame Schule bis 14 dürfen nicht auf die lange Bank geschoben werden

Wien (OTS) - "Wir brauchen umfassende Reformen in der Schule",
sagt AK Präsident Herbert Tumpel, "die Bildungsministerin soll rasch die Vorschläge ihrer Zukunftskommission umsetzen - und nicht in weiteren Expertengruppen auf die lange Bank schieben." Tumpel wertet es auch als Erfolg der Arbeiterkammer, dass die Bildungsministerin den Ausbau der Nachmittagsbetreuung, die Einschränkung des Sitzenbleibens oder ein Kurssystem in der Oberstufe verspricht. Der Ausbau der Nachmittagsbetreuung werde aber nur mit finanzieller Unterstützung der Gemeinden durch Länder und Bund möglich sein. "Umgesetzt werden muss auch ein verpflichtendes Vorschuljahr und ein Recht auf ganztägige Betreuung, wie es die Zukunftskommission vorschlägt", verlangt Tumpel, "und eine gemeinsame Grundschule für alle bis 14 darf nach mehr als 30 Jahren Schulversuchen nicht weiter verschleppt werden." Der AK Präsident will Reformen nach dem Muster jener Länder, die beim PISA-Schulvergleich am besten abgeschnitten haben - mit vorschulischer Förderung, ganztägiger Betreuung, individueller Förderung in der Schule und gemeinsamer Grundschule über die Volksschule hinaus.

Das österreichische Schulsystem erbringt im internationalen Vergleich nur eine mittelmäßige Gesamtleistung bei erheblichen Leistungsunterschieden, und die Last der Verantwortung für den Schulerfolg der Kinder liegt vor allem bei den Eltern, erinnert Tumpel. Den besten Ländern im PISA-Vergleich gelinge es dagegen wesentlich besser, die soziale Herkunft auszugleichen - mit vorschulischer Förderung, ganztägiger Schule und ge-meinsamer Schule:
"Das ist die Richtung, in die wir bei den Schulreformen gehen müssen", sagt Tumpel, "hier darf die Bildungsministerin nicht auf halbem Weg stehen blei-ben."

Tumpel fordert die rasche Einführung eines verpflichtenden, gebührenfreien Vorschuljahrs, ein Recht auf ganztägige Betreuung, ein Recht auf Förderung in der Schule und die Einleitung von Maßnahmen für eine gemeinsame Schule bis 14. Nötig sei endlich wieder mehr Geld aus dem Budget für Bildung in Österreich - sonst werde etwa der angekündigte Ausbau des Förderunterrichts nicht möglich sein.

Für die Nachmittagsbetreuung verlangt Tumpel, dass die Bildungsministerin ein Ausbaukonzept entwickelt: Zuständig für mehr Nachmittagsbetreuung sind vor allem die Ge-meinden. Sie brauchen finanzielle Unterstützung von Ländern und Bund, um den erhöhten Personalbedarf abzudecken. Dafür müsse die Bildungsministerin sorgen.

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