Leitl begrüßt klares EU-Votum zur Aufnahme von Bulgarien und Rumänien im Jahr 2007

Wachstumsmärkte mit Riesenchancen für die österreichische Wirtschaft

Wien (PWK264) - "Bulgarien und Rumänien sind in der Europäischen Union herzlich willkommen. Die große Zustimmung des Europäischen Parlaments zur Aufnahme der beiden Länder im Jahr 2007 wird von der österreichischen Wirtschaft voll und ganz unterstützt", sagte Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und der Europäischen Wirtschaftskammern EUROCHAMBRES.
Wichtig sei nun, dass die zwei Beitrittsländer den EU-Rechtsbestand effektiv umsetzen. "Es gibt hier Risiken, die aber zu bewältigen sind", so Leitl. Die Wirtschaftskammer teilt die Einschätzung von EU-Kommission und Europaparlament, dass vor allem in den Bereichen Justiz sowie Bekämpfung der Korruption und des organisierten Verbrechens noch Aufholbedarf besteht. "Außerdem ist Wettbewerbsgleichheit zwischen ausländischen und inländischen Unternehmen herzustellen und müssen die Bürokratie bekämpft und Rechtssicherheit geschaffen werden", forderte Leitl. Er sei zuversichtlich, so der Wirtschaftskammer-Präsident, dass Rumänien und Bulgarien die Zeit bis zum Beitrittsjahr 2007 nützen, um die notwendigen Reformen voranzutreiben.
Wirtschaftlich gesehen zählen sowohl Rumänien als auch Bulgarien zu den interessantesten Reformländern des ehemaligen Ostblocks. Leitl:
"Beide Länder bieten unglaublich viele Chancen und Möglichkeiten. Zahlreiche österreichische Unternehmen haben die Zeichen der Zeit erkannt und bereits in den letzten Jahren auf enge wirtschaftliche Beziehungen gesetzt. Sie profitieren nun von einem wichtigen Startvorteil, den es zu nützen gilt."

So sind Österreichs Exporte nach Rumänien im vergangenen Jahr um 21 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro gestiegen. Die Importe stiegen um 21,6 Prozent auf 721 Millionen Euro. Mit Investitionen von mehr als drei Milliarden Euro seit 1990 hat sich Österreich darüber hinaus zum mit Abstand größten Auslandsinvestor Rumäniens gemausert. Einige konkrete Beispiele verdeutlichen die hervorragende Performance: Die OMV ist seit der Übernahme der rumänischen Mineralölfirma Petrom Marktführer bei Treibstoff, die Brau Union hält rund 35 Prozent des Biermarktes, Raiffeisen ist die größte Privatbank Rumäniens und Eybl einer der größten Lieferanten der Fahrzeugindustrie.

Auch der Außenhandel mit Bulgarien boomt. Die österreichischen Ausfuhren sind 2004 um 31,5 Prozent auf 389 Millionen Euro explodiert. Besonders erfreuliche Zuwächse gab es etwa bei Lieferungen von Straßenbahnfahrzeugen, elektrischen Maschinen und Nachrichtengeräten. Die Einfuhren aus Rumänien sind immerhin um 28,3 Prozent auf 202 Millionen Euro gestiegen. Wie in Rumänien ist Österreich auch in Bulgarien (2004: rund 1 Milliarden Euro) zum größten Auslandsinvestor avanciert.

"Dank der EU-Mitgliedschaft und der damit verbundenen Einbettung Rumäniens und Bulgarien in das europäische Rechts- und Regelsystem werden die Geschäftschancen weiter verbessert. Die selbst im Vergleich mit den anderen neuen Mitgliedstaaten geschweige denn der ‚Alt-EU' überdurchschnittlich hohen BIP-Zuwachsraten tun ihr Übriges", so Leitl, der abschließend darauf hinwies, dass mit dem EU-Beitritt Rumäniens und Bulgariens die Integration der Staaten Südosteuropas noch lange nicht abgeschlossen sein darf. "Österreichs Wirtschaft hofft auf die rasche Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Kroatien. Und wir begrüßen den Vorschlag der EU-Kommission ausdrücklich, mit Serbien und Montenegro Verhandlungen über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zu starten." (Ne)

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