Brandsteidl kritisiert Placebo-Pakete Gehrers

Wien (OTS) - "Nun ist klar geworden, weshalb Bildungsministerin Gehrer den Endbericht der Zukunftskommission solange zurückgehalten hat: Sie ist nicht bereit, auch nur irgendeine Konsequenz aus den Analysen der von ihr selbst beauftragten Expertenkommission zu ziehen. Anstatt die PISA-Herausforderung anzunehmen und mutige Reformen im österreichischen Schulsystem einzuleiten, beschränkt sie sich auf reine Placebo-Maßnahmen, die sie dann auch noch in '8 große Arbeitspakete' unterteilt. Allein es gilt hier die simple Formel '8 x 0 = 0', an den drängenden Problemen des Schulwesens wird sich hierdurch nichts wesentlich ändern", stellte Wiens Amtsführende Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl zum heute von Ministerin Gehrer präsentierten Endbericht der Zukunftskommission fest.

"PISA hat deutlich gemacht, dass nur pädagogischer Innovationsgeist und politischer Mut zum Erfolg führen. Gehrers Antwort: Eine Aneinanderreihung von verwaltungstechnischen Massnahmen ohne pädagogischen Auswirkungen. Das bringt uns keinen einzigen Punkt bei PISA."

Demgegenüber stünden - so die Wiener Stadtschulratspräsidentin -der Endbericht und die Vorschläge der Zukunftskommission selbst. Brandsteidl hierzu: "Die Zukunftskommission hat gut gearbeitet und eine Reihe von Vorschlägen erarbeitet, die dringend zu realisieren wären. Von der Einschränkung des Sitzenbleibens über das Kurssystem in der AHS-Oberstufe bis hin zur Forderung nach einem verpflichtenden Vorschuljahr, all dies sind Forderungen, die wir teilen und (Beispiel Kurssystem in der AHS) in Wien auch schon zu realisieren begonnen haben. Aber was hilfts, wenn Gehrer den Vorschlägen jener Kommission, die sie selbst ins Leben gerufen hat, ohnehin nicht folgen will."

Brandsteidl: "Wenn Gehrer davon spricht, dass die Vorschläge der Zukunftskommission Rückenwind für ihre Regierungspolitik bedeuten, dann legt das den Verdacht nahe, dass die Ministerin ein anderes Wetter und somit auch eine andere Realität als der Rest Österreichs teilt. Es stellt sich die Frage: Wie schlecht muss Österreichs Schulsystem im internationalen Vergleich noch werden, damit Gehrer endlich den Mut findet, Reformen zu beginnen?".
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