Leitl: "Runde Tische in allen österreichischen Bezirken sollen regionale Wirtschafts- und Arbeitsplatzentwicklung optimieren"

Arbeitsmarktgipfel: AMS verstärkt Vermittlungstätigkeit - neue Anreize für Betriebe bei Jugendbeschäftigung geplant - gesetzlicher Mindestlohn einhellig abgelehnt

Wien (PWK263) - "Das heutige Gespräch zwischen Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, den Sozialpartnern, der Führung des Arbeitsmarktservices und Wirtschaftsexperten hat etliche positive und konstruktive Vorschläge gebracht, um Wachstum und Beschäftigung in Österreich anzukurbeln." Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, schlug unter anderem vor, parallel zu besseren Rahmenbedingungen auf Bundesebene vor allem auf regionaler Ebene effiziente Netzwerke der Arbeitsmarkt-Akteure zu bilden:
"Arbeitsplätze entstehen in den Betrieben in den einzelnen Bezirken. Dort weiß man am besten, welche Ausbildungseinrichtungen, welche Infrastruktur, welche Kinderbetreuungseinrichtungen fehlen und was die Unternehmen am dringendsten brauchen, um Arbeitsplätze zu sichern und neu zu schaffen. Wir brauchen daher "Runde Tische" auf Bezirksebene, wo neben den regionalen Sozialpartnern und dem Land auch das örtliche AMS, die Bezirkshauptmannschaften und die regionalen Schulbehörden eingebunden sind. Hier müssen für die Region maßgeschneiderte Lösungsvorschläge erarbeitet werden, wie die örtliche Wirtschaftsentwicklung und damit die Beschäftigung gesteigert werden kann."

Leitl begrüßte auch das von der AMS-Führung und den Sozialpartnern vorgelegte Effizienz-Steigerungsprogramm im Arbeitsmarktservice. Durch Personalumschichtungen und Mehrarbeit sowie 100 neue Mitarbeiter sollen rund 350 zusätzliche Beschäftigte in der Beratungs- und Vermittlungstätigkeit des Arbeitsmarktservice eingesetzt werden. Leitl: "Das AMS ist zwar schon sehr gut aufgestellt, aber wir alle versuchen, die Vermittlungstätigkeit so effizient wie möglich zu gestalten und alle Jobchancen zu nützen."

Positiv bewertet werden von Leitl auch die angepeilten zusätzlichen Maßnahmen bei der Jugendbeschäftigung: "Ausbildung muss für Betriebe noch attraktiver werden. Aus diesem Grund begrüßt die Wirtschaft das vom Lehrlingsbeauftragten der Regierung, Egon Blum, vorgelegte Projekt einer Lehrlingszuwachsprämie." Das sogenannte Projekt 06 sieht vor, dass noch im Herbst des heurigen Jahres für die Aufnahme zusätzlicher Lehrlinge Lehrbetriebe eine Unterstützungsprämie bekommen sollen. Die Unterstützung ist auf drei Ausbildungsjahre in unterschiedlicher Höhe (400/200/100 Euro pro Monat) gestaffelt vorgesehen. Einig war sich die Arbeitsmarktrunde nicht nur in dem Ziel, dass jeder geeignete Jugendliche eine Ausbildung erhalten muss, auch in der Frage zusätzlicher überbetrieblicher Lehrausbildung herrschte Konsens.

Einstimmig abgelehnt wurden Vorschläge, einen gesetzlichen Mindestlohn in Österreich einzuführen. Leitl: "Die Mindestlohn-Debatte ist kontraproduktiv und würde zu einer höheren Arbeitslosigkeit gerade bei geringer Qualifizierten führen. Wir müssen uns aber in Österreich etwa über die Einführung eines Kombi-Lohns (Arbeitsentgelt plus Sozialtransfer) unterhalten, um auch im Bereich der geringer qualifizierten Arbeitsplätze ein ordentliches Angebot an Jobs bieten zu können." Wie Minister Bartenstein und ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch sprach sich Leitl dafür aus, die Festsetzung der Lohnhöhe weiter auf Kollektivvertragsbasis zu regeln. (RH)

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