AKS: Zukunftskommission an der Leine gehalten

Schulsystem und Unterricht stehen in engem Zusammenhang

Wien (SK) "Obwohl die Zukunftskommission immer wieder beteuert, ohne politischen Druck von außen gearbeitet zu haben, ist die Übereinstimmung mit den Plänen der Ministerin teilweise offensichtlich", so Kim Kadlec, Bundesvorsitzende der AKS (Aktion kritischer SchülerInnen) am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Die wahren Innovationen würden dort liegen, wo die Zukunftskommission den "Gehrerschen Rahmen" verlassen hat. ****

"Wir können in diesem Bericht deutlich zwei Teile unterscheiden: eine Sammlung von früheren Aussagen der Ministerin und einen wegweisenden Teil der ExpertInnen", kommentiert Kadlec den Abschlussbericht der Zukunftskommission. Besonders offensichtlich sei dies beim Thema Gesamtschule: "Während die ExpertInnen eine Gesamtschule für ein gutes und anzustrebendes System halten, bleibt Gehrer stur am alten System kleben." Es sei zwar richtig, dass die Verbesserung der Unterrichtsqualität sehr wichtig ist, doch könne das nicht von einer Systemdiskussion losgelöst werden: "Das Schulsystem bietet erst die Rahmenbedingungen für einen guten Unterricht. Ohne gutes System ist ein guter Unterricht nur schwer verwirklichbar", fordert Kadlec wiederum zur offen Diskussion schulorganisatorischer Fragen auf.

Besonders heftig stellt sich die AKS gegen die geplante "Privatisierung" der Schulen: "Privatwirtschaftliche Logik an Schulen führt uns in eine Bildungssackgasse mit dem Namen Eliteschulen und Selektion", ist Kadlec überzeugt. Der Staat müsse sich zu seiner Verantwortung bekennen, allen Kindern und Jugendlichen - egal mit welchem sozialen Hintergrund - eine möglichst hochgradige Ausbildung zu gewährleisten.

SchülerInnenmitbestimmung stärken!

Erfreut zeigt sich Kadlec über den Vorschlag der Zukunftskommission, die SchülerInnen bei der Festlegung des Unterrichtsinhaltes mitbestimmen zu lassen: "Im Konzept des Klassenrates fordern wird dies schon seit geraumer Zeit. Die Umsetzung dieses Vorschlages wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Demokratisierung des Schulsystems." Genauso sinnvoll sei es, das Wiederholen von Schulstufen abzuschaffen. Doch auch hier sei wieder der Einfluss der Ministerin spürbar: "Mit einer Einschränkung lässt sich leben, das Sitzenbleiben ganz abzuschaffen und durch Fördermaßnahmen zu ersetzen, geht Elisabeth Gehrer aber anscheinend zu weit."

Das abschließende Resümee der Schülervertreterin zur Zukunftskommission: "Hätte die Zukunftskommission wirklich freie Hand gehabt, hätten wir jetzt ein langfristiges Reformprogramm in Händen. Dies nicht zugelassen zu haben, muss man der Ministerin aufs Schärfste vorhalten." (Schluss) wf/mm/mp

Rückfragehinweis: Kim Kadlec, 0699/11408142

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