Mobilität 50+: Fahrschulen präsentieren Weiterbildungsprogramm für langjährige AutofahrerInnen

Hausherr: "In den 10 Jahren stieg die Anzahl der Seniorenunfälle um 45% dramatisch an - rechtzeitig Hilfe anbieten, um die Mobilität auch im Alter zu erhalten"

Wien (PWK262) - In den letzten zehn Jahren ist der Anteil der Verletzten unter den älteren PKW-Lenkern (über 64 Jahre) dramatisch angestiegen. Im Jahr 1993 gab es noch 872 verletzte ältere Menschen im Straßenverkehr, während 2003 bereits 1265 Personen dieser Altersgruppe betroffen waren. Zusätzlich steigt der Anteil von älteren Personen in der Bevölkerung deutlich an: Sind derzeit etwa 12% aller FahrerInnen über 60, werden es 2010 schon mehr als 20% und 2020 sogar ein Drittel sein (Stat. Austria). "Die Österreichischen Fahrschulen haben deshalb mit Unterstützung des Instituts "Gute Fahrt" ein Weiterbildungsprogramm, speziell für langjährige AutofahrerInnen entwickelt", erklärte Norbert Hausherr, Obmann des Fachverbandes der Fahrschulen, bei der Präsentation des neuentwickelten Fahrtrainings "Mobilität 50+", am Mittwoch in Wien.

Mobilität 50+ ist ein modulares Seminarprogramm, dass gezielt auf Defizite und den Informationsbedarf der Kursteilnehmer (Senioren) eingeht. Mit Hilfe erfahrener Verkehrspsychologen sollen in zwei Theorie- und einem Praxisteil, Vorschläge erarbeitet und individuelle Defizite ausgeglichen werden. Es gehe darum, älteren Menschen Hilfe anzubieten, um ihre Mobilität im Alter zu erhalten, so Hausherr, denn: " Autofahren bedeutet vor allem für ältere Personen Unabhängigkeit, Freiheit, Lebensqualität und die leichtere Teilnahme am gesellschaftlichen Leben." Keinesfalls wolle man ältere Menschen diskriminieren, sondern - im Gegenteil - rechtzeitig Informationen und Lösungen, z.B. im technischen Bereich, anzubieten. Derzeit ist Österreich eines der wenigen Länder, in denen es keine verpflichtenden medizinischen Untersuchungen ab einem bestimmten Alter gibt.

"In den letzten zehn Jahren nahmen die Seniorenunfälle um 45% dramatisch zu", berichtete auch der Verkehrspsychologe Gregor Bartl, Leiter des Insituts Gute Fahrt: "Diese Entwicklung nicht ernstzunehmen, wäre verantwortungslos." Die neuen Seminare der Aktion Mobilität 50+ wollen vermitteln, so der international renommierte Verkehrspsychologe, wie man die eigene Konzentrationsfähigkeit steigern kann und erwiesene Leistungsschwankungen bewusster wahrnimmt, um die eigene Entscheidungskompetenz zu stärken. Zusammengefasst sei das wichtigste Überlebensrezept für ältere Kraftfahrer, die Fahrweise den eigenen Leistungsvoraussetzungen anzupassen, so Bartl.

Basis der neuen Initiative ist das EU-Projekt AGILE (Aged people, Integration, mobility, safety and quality of Life Enhancement through driving), das internationale Standards eines Beurteilungssystems für ältere Kraftfahrer entwickelt. "Wir sind stolz in Österreich ein so flexibles System geschaffen zu haben, das modular ist und damit auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen kann", betonte Hausherr. Derzeit gäbe es ein ähnliches Projekt nur in Schweden. Mobilität 50+ ist ein privates Fortbildungsprogramm, ohne rechtliche Konsequenzen für den Führerschein der teilnehmenden Personen. Alle Angaben werden streng vertraulich behandelt und die Ergebnisse aus sämtlichen Fahrtrainings, sowie allen Übungen, stehen ausschließlich den Teilnehmern von Mobilität 50+ zur Verfügung.

Die beiden Theorieteile von Mobilität 50+ bestehen aus je sechs Lektionen á 50 Minuten. Im ersten Theorieteil ist ein medizinischer Block enthalten, der von der Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie konzipiert wurde. Das Projekt wird vom Verkehrssicherheitsfond mit 40 Euro pro Person gefördert. Für den Teilnehmer beträgt die Gebühr 85 Euro.

Die Anmeldung kann in einer der über 70 teilnehmenden Fahrschulen in ganz Österreich erfolgen. Die Liste ist auf der Homepage des Fachverbandes der Fahrschulen www.fahrschulen.co.at abzurufen oder kann unter 05 90900-3160 angefragt werden. (EBK)

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Fachverband der Fahrschulen
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Tel.: (++43) 0590 900-3161
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