Exportinitiative 1-24: Österreich ist Marktaufbau in MOEL gelungen

Agrar- und Lebensmittelexporte sind 2004 um 20,9% gestiegen

Zagreb (AIZ) - Österreich hat die Chancen genutzt, die "Märkte vor seiner Haustüre" von der Qualität seiner Produkte zu überzeugen. Der Marktaufbau in den Mittel- und Osteuropäischen Ländern (MOEL) ist im Jahr 2004 gut angelaufen. So lautet die Zwischenbilanz der Exportinitiative 1-24, die seit Jahresbeginn 2004 von Landwirtschaftsministerium, Wirtschaftskammer und Agrarmarkt Austria in bisher sieben MOEL-Staaten durchgeführt wurde, mit dem Ziel die österreichischen Nahrungsmittelunternehmen zum Export ihrer Produkte zu motivieren. Fazit: Österreich konnte im Vorjahr beim Export in die MOEL um 20,9% zulegen. Zuwächse gab es aber auch im Import, mit knapp 15% jedoch nicht in diesem Ausmaß. Der Außenhandelsbilanzsaldo hat sich mit EUR 51, 4 Mio. gegenüber dem Jahr 2003 mehr als verdoppelt. Dies teilte heute Landwirtschaftsminister Josef Pröll mit.

Exportinitiative schaffte den Turn around

Laut Wirtschaftskammer hat die Exportinitiative 1-24 den dringend benötigten Turn around gebracht. Denn nach Jahren des stetig wachsenden Außenhandelsüberschusses kam 2003 der dramatische Einbruch. Importen im Wert von EUR 446,7 Mio. standen nur mehr Exporte von EUR 467,6 Mio. gegenüber. Die Außenhandelsbilanz betrug EUR 20,9 Mio., das ist ein Minus von EUR 82,3 Mio. gegenüber dem Jahr 2002.

"Die Exportinitiative 1-24 war in dieser Situation die Initialzündung für die österreichische Wirtschaft, die schließlich zum Aufwärtstrend geführt hat", so Michael Blass, Geschäftsführer des Fachverbandes Lebensmittelindustrie der Wirtschaftskammer Österreich, anlässlich der jüngsten Lebensmittelpräsentation in der kroatischen Hauptstadt Zagreb. "Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein, der Exportüberschuss war im Vorjahr mehr als doppelt so hoch wie 2003. Im Vergleich dazu stiegen die Exporte in die EU-24 um 6,6%, die Import sogar um 7,2%", so Blass.

Agrar- und Lebensmittelexporte in die MOEL um 20,9% gestiegen

Zu den wichtigsten MOEL-Exportländern für Österreich zählten im Jahr 2004 Slowenien, das um 20,6% mehr Agrarprodukte und Lebensmittel aus Österreich importiert hat als im Jahr davor. Die Exporte nach Tschechien sind um 20% gestiegen, knapp dahinter liegt Ungarn (+19,7%), gefolgt von Rumänien (+13,5%) und Polen (+10,1%). Vor allem lebende Tiere (+50,2% in Slowenien; +91,6% in Tschechien) sowie Milch und Milchprodukte (+ 64,6% in Slowenien; +157,1% in Tschechien und +104,2% in Ungarn) wurden zu Exportschlagern.

Gleichzeitig seien aber auch Importzuwächse von 15,9% aus den MOEL zu verzeichnen, merkte Blass an. Führend war Ungarn mit einer Steigerung von knapp 49 %, auch Tschechien konnte seine Agrarexporte nach Österreich um rund 18% steigern. "Das ist eine klassische Win/win-Situation", so der Experte. An den österreichischen Unternehmen werde es nun liegen, diesen positiven Kurs fortzusetzen. Die Exportinitiative, die als "Türöffner" gedacht war, und bei den heimischen Betrieben für die nötige Motivation gesorgt habe, solle nun, laut Blass, um so genannte "Österreich-Wochen" in den Zielländern erweitert werden.

Kroatien als Zukunftsmarkt für österreichische Lebensmittelindustrie

Die bislang achte Station der Exportoffensive 1-24 führt die österreichische Lebensmittelindustrie am 12. und 13.04. nach Kroatien, das von Experten als "erweiterter Heimmarkt" gesehen wird. Dafür sprechen zwei Aspekte: das starke Wachstum im Tourismus und dem Einzelhandel sowie die fallenden Handelsschranken im Hinblick auf den bevorstehenden Beitritt zur Europäischen Union. Bis November 2004 wurden 9,6 Mio. Touristen (+6,8% gegenüber 2003) verzeichnet, gestiegen ist auch die Zahl der Nächtigungen. Dadurch ergeben sich laut einer kürzlich präsentierten Studie des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie große Möglichkeiten für österreichische Qualitätsprodukte wie Fleisch - die Selbstversorgung liegt hier bei 50% -, Milch (Selbstversorgungsgrad: 60%) oder Fruchtsäfte. Zudem werden Lebensmittel aus österreichischer Produktion trotz einer vergleichsweise niedrigen Kaufkraft von den kroatischen Konsumenten nachgefragt. Bei einem durchschnittlichen Nettoeinkommen von EUR 330,- im Monat geben die Kroaten etwa EUR 24,- für österreichische Lebensmittel aus, davon EUR 9,- für hochwertige Produkte.

Bereits im Vorjahr hat der Außenhandel mit Kroatien nach einem leichten Abflachen der Exportdynamik im Jahr 2003 wieder stark zugenommen. Die österreichischen Exporte nach Kroatien sind in diesem Zeitraum um 17,93% (EUR 1.217,6 Mio.) und die Importe aus Kroatien um 45,12% (EUR 583,6 Mio.) gestiegen. Der daraus resultierende Handelsüberschuss von ca. EUR 660 Mio. zählt zu den höchsten, die Österreich im Außenhandel weltweit erzielt. Nicht zuletzt wird Kroatien auch als Sprungbrett nach Serbien, Bosnien und Herzegowina gesehen.
(Schluss) wol

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