Nasko: Demokratie und Staatsvertrag waren gemeinsame Leistung von SPÖ und ÖVP-Pionieren der Zweiten Republik

Appell an Landeshauptmann Pröll, auf keinen der Wiederaufbau-Pioniere zu vergessen

St. Pölten (SPI) - Im krassen Gegensatz zur gegenwärtigen bundespolitischen Polarisierung war die Gründung der Zweiten Republik vor 60 Jahren, so der Zeitgeschichtler Siegfried Nasko, ein gemeinsames Werk der damaligen Konzentrationsregierung und die Erlangung des Staatsvertrages vor 50 Jahren die Folge der konsequenten Zusammenarbeit der Koalitionsregierung von ÖVP und SPÖ. Diese staatspolitischen Jubiläen haben letztlich auch den Sinn, diese Hintanstellung rein parteipolitischer Kalküle und die Priorität für das Staatsganze ins Blickfeld zu rücken. Karl Renner und Leopold Kunschak, Adolf Schärf und Leopold Figl sind daher über alle Parteigrenzen hinweg die zentralen Akteure des Wiederaufbaus 1945, wie auch neben Figl und Schärf, Julius Raab und Bruno Kreisky als erfolgreiche Staatsvertragsverhandler 1955 zu nennen sind. Für Nasko als Historiker kann es sich daher nur um ein Versehen handeln, dass Landeshauptmann Erwin Pröll in seiner letzten Sonntags-Radiosendung nur die ÖVP-Granden Figl und Raab genannt hat. "Ich bin überzeugt, dass LH Erwin Pröll nicht die Absicht hatte das Gedankenjahr parteipolitisch zu interpretieren", erklärte Nasko. Alfred Maleta hat, wie sich Nasko erinnert, 1980 als Zeitzeuge bei einem Symposion im Rennermuseum die Integrationskraft Karl Renners gewürdigt, der als Bundespräsident SPÖ und ÖVP als seine Kinder bezeichnet hatte und bei dessen Tod auch die ÖVP-Fahnen auf der Ringstraße gesenkt wurden. LH Pröll hat vor 10 Jahren im Rennermuseum persönlich eine Gedenktafel für den zweimaligen Republiksgründer Renner in Gloggnitz enthüllt. Nasko ist überzeugt, dass die objektive Würdigung aller Pioniere der Zweiten Republik und des Staatsvertrags, also von ÖVP und SPÖ, ein staatspolitisches Erfordernis im Interesse der Wahrheit und der Demokratie sind. Diese Hoffnung verbindet er mit den weiteren Äußerungen bei den kommenden Jubiläumsfestakten. (Schluss) sn

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