Amon: In einer Reihe von Branchen gibt es keine wirtschaftspolitischen Gründe für Mindestlohn von unter Euro 1000,--!

Wenn die sozialdemokratischen Gewerkschafter zu schwach sind, muss man über eine gesetzliche Regelung nachdenken!

Wien (OTS) - Es sei schon sehr bezeichnend, wenn sich die sozialdemokratischen Gewerkschafter in der laufenden Diskussion um einen Mindestlohn aus nicht nachvollziehbaren Gründen gegen einen Mindestlohn von 1000 Euro für Vollzeitbeschäftigte aussprechen. "Diese Position müssen sie einmal jenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erklären, in deren Branche noch kein Kollektivvertrag vorhanden ist bzw. wo der kollektivvertragliche Mindestlohn unter 1000 Euro liegt", sagte heute, Mittwoch, ÖAAB-Generalsekretär Abg.z.NR Werner Amon.

Unverständlich sei, dass etwa bei Ordinationsgehilfen bei Zahnärzten ein Mindestlohn von 894 Euro oder bei Angestellten bei Ärzten von 836 Euro gelte. Angestellte bei Notaren, Rechtsanwälten und Immobilienverwaltern bekommen sogar weniger als 900 Euro pro Monat. "Hier kann niemand einen wirtschaftspolitischen Grund nennen, warum es eine derart niedrige Entlohnung für diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt", stellte Amon klar.

Es sei verständlich, dass die Kollektivvertragspartner dies auf Branchenebene lösen wollen, "aber wenn anhand von zahlreichen Beispielen deutlich wird, dass die sozialdemokratischen Gewerkschafter in diesen Bereichen so schwach sind, dass sie diesen Mindeststandard für Vollzeitbeschäftigte bis heute nicht erreicht haben, dann ist es auch legitim, über eine gesetzliche Regelung nachzudenken", betonte der ÖAAB-Generalsekretär.

Auch die EU-Kommission habe in ihrem im Jänner 2005 veröffentlichten Beschäftigungsbericht einen Mindestlohn von 1.000 Euro angeregt, da wesentlich mehr Frauen als Männer von einem solchen profitieren würden. Gerade in vielen Berufsfeldern, in denen vor allem Frauen beschäftigt seien, liege der kollektivvertragliche Mindestlohn oft klar unter 1.000 Euro. "Hier kann und dürfen sich die sozialdemokratischen Gewerkschafter im ÖGB nicht der Verantwortung entziehen!", stellte Amon klar.

Es sei aber auch sehr bedenklich, dass der Präsident der Arbeiterkammer, Herbert Tumpel, nach wie vor zu diesem Thema schweige. "Hat der oberste gesetzliche Interessensvertreter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu diesem Thema etwa keine Meinung?", schloss Amon.

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