GPA-Katzian zu Managementgehältern: Außerhalb der gesellschaftlichen Moral

Offenbar genug Geld zum Verteilen vorhanden

Wien (GPA/ÖGB) - "Die jüngst bekannt gewordenen astronomischen Gehälter im Managementbereich vieler Unternehmen lassen die Frage der moralischen Vertretbarkeit dieser Summen aufkommen. Es ist völlig unverständlich, dass WirtschaftsvertreterInnen in ein Wehklagen verfallen und den Wirtschaftsstandort gefährdet sehen, wenn eine Anhebung der Mindesteinkommen gefordert wird, sich aber nicht an den astronomischen Gehaltserhöhungen von Spitzenmanagern stoßen", erklärt der geschäftsführende Vorsitzende der GPA, Wolfgang Katzian, zu den jüngst bekannt gewordenen Entwicklungen der Managementgehälter.++++

"Die Leistung von SpitzenmanagerInnen soll nicht in Frage gestellt werden, und es ist auch gut, dass diese Leistungen honoriert werden. Für eine Gehaltssteigerung von 200 Prozent in einem Jahr fehlt jedoch den Beschäftigten jedes Verständnis. Die Leistungen eines Unternehmens ausschließlich auf die Fähigkeiten des Managements zurückzuführen, wäre völlig verkürzt. Es sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt sind. Die großzügigen Sonderbonifikationen zeigen aber deutlich, dass offenbar genug Geld zum Verteilen vorhanden ist. Wir werden diese Fakten bei kommenden Kollektivvertragsrunden sicher als Argumentationshilfe heranziehen", so Katzian.

"Ich bin schon gespannt, wie etwa Erste-Bank-Chef Treichl angesichts seiner Gehaltsentwicklung den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Sparkassensektors die Reform des Kollektivvertrages, die mit zu hohen Gehaltskosten begründet wird, erklären wird. Leistung muss honoriert werden, dieses Prinzip muss aber für alle gleich gelten. Die immer größer werdenden Unterschiede zwischen den Spitzen- und Masseneinkommen können aber durch keinerlei Leistungskriterien mehr erklärt werden", so Katzian abschließend.

ÖGB, 13. April
2005
Nr. 206

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