Neues Volksblatt" Kommentar: "Prinzipien" (Von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 11. April 2005

Linz (OTS) - Es ist keine Überraschung, dass die FPÖ nach einer Serie von Niederlagen auch bei den Gemeindewahlen in Vorarlberg schwere Verluste hinnehmen musste.
Genauso wenig überraschend sind die gegenseitigen Schuldzuweisungen für den Niedergang der FPÖ - Strache, Stadler, Mölzer gegen Haider, Haubner, Scheibner und umgekehrt. Wichtiger ist aber, wem die Bürger die Schuld geben, denn davon hängt das politische Überleben ab. Interessant wird es auch sein zu erleben, wie die Menschen auf eine ideologiefreie Partei wie das BZÖ reagieren. Auf eine Partei, die aufgrund der fehlenden Werte-Basis in ihren tagespolitischen Entscheidungen völlig frei ist - und damit auch unberechenbar.
Die von Haider genannten Prinzipien "freisinnig und sozial" helfen bei der Suche nach der Richtung des BZÖ nicht wirklich weiter, denn die Schweizer Freisinnigen - drittgrößte Partei im Land - definieren soziale Verantwortung mit "Solidarität, wo nötig" und fordern vom Einzelnen ein "hohes Maß an Eigenverantwortung".
Lassen wir uns also überraschen, von welchen Prinzipien sich Jörg Haider künftig leiten lässt. Oder ob Meinungsumfragen - täglich neu -den Kurs vorgeben.

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