Binder für Chancengerechtigkeit von Frauen und Männern im ländlichen Raum

Faul und Schönpass üben Kritik an Minister Pröll

Wien (SK) "Wir sind stolz auf unsere Bauern, denn sie stellen einen wesentlichen Bestandteil der österreichischen Gesellschaft dar", betonte SPÖ-Abgeordnete Gabriele Binder am Mittwoch im Parlament. Die Bauern unseres Landes müssten unter schwierigen und differenzierten Bedingungen arbeiten und diese forderen auch differenzierte Unterstützung, so Binder weiter. "Es gibt immer mehr Geld für immer weniger Bauern - bei dieser Ungerechtigkeit schauen viele durch die Finger." Die Bauern würden die beste Interessenvertretung im Lande verdienen, doch dass dies nicht so sei, zeige die Unzufriedenheit mit dem System, so Binder weiter, die vor allem für die Chancengleichheit von Männern und Frauen im ländlichen plädierte. ****

Aufgrund der mangelnden Strukturen und Perspektiven seien viele Hofnachfolger und Hofnachfolgerinnen nicht mehr bereit, den Hof zu übernehmen, so Binder daran erinnernd, dass jährlich etwa 4.300 land-und forstwirtschaftliche Betriebe geschlossen werden. "Die Anliegen der Bauern und Bäuerinnen sollen wieder ernst genommen werden und es muss für Ausgewogenheit und Gerechtigkeit gesorgt werden", so Binder:
"Und der ländliche Raum ist auf keinem Fall der Bauernbund."

SPÖ-Abgeordneter Christian Faul übte Kritik an Fritz Grillitsch, der in seiner Rede "über Aller-Welt-Themen, nur nicht über die landwirtschaftlichen Förderungen" sprach, da er wohl fürchte, dass bei den Vertretern der Klein- und Mittelbetriebe Unfriede erzeugt werde. "Doch mehr als 70 Prozent der Wertschöpfung wird von den kleinen und mittleren Unternehmen in Österreich erwirtschaftet", erinnerte Faul. Das Geld gehe nach Brüssel und zu 85 Prozent zurück zu den Bauern, wobei wiederum der Bundesminister den Zugriff dazu hätte. Auch der Slogan "Der Bauer als Unternehmer" entbehre die Antwort, wie sich der Bundesminister das konkret vorstelle, kritisierte Faul: "Werden Sie sich mit ihren Bauern auch der Gewerbeordnung unterwerfen und werden Sie auch die Steuern abführen wie ein ordentliches Unternehmen? Oder werden Sie nur die kleinen und mittleren Unternehmen in Österreich dadurch konkurrenzieren?"

Auch SPÖ-Abgeordnete Rosemarie Schönpass kritisierte, dass immer mehr Geld für immer weniger Bauern zu Verfügung gestellt werde, obwohl das Landwirtschaftsbudget 2006 um 21,6 Millionen Euro ansteigen würde. Es müsse bedenklich stimmen, dass dennoch jährlich etwa 4.300 land- und forstwirtschaftliche Betriebe aufgegeben werden, so Schönpass. Zudem erinnerte sie Bundesminister Pröll, dass er im Ausschuss versprochen habe, die mündlich gestellten Anfragen schriftlich zu beantworten. In diesem Zusammenhang formulierte sie erneut vier Fragen im Zusammenhang mit der Paratuberkulose, darunter auch, ob die Paratuberkulose aus Sicht des Bundesministeriums eine Gefahr für die Menschheit darstelle. "Die Konsumentinnen und Konsumenten erwarten vertrauenswürdige Maßnahmen." (Schluss) gg

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0015