Seeber/Rack: Euro 5-Abgasnorm rasch einführen

Realistischere Prüfbedingungen für Lkw unumgänglich

Brüssel, 6. April 2005 (ÖVP-PD) "Europas Umwelt braucht dringend eine rasche Einführung einer neuen, strengeren Abgasnorm. Wir müssen den Schritt zur Euro 5-Norm schaffen, um effizienter nicht nur gegen die steigende Feinstaubbelastung ankämpfen zu können, sondern grundsätzlich bessere Instrumente zur Luftreinhaltung in Europa in der Hand zu haben", sagten heute, Mittwoch, Dr. Richard Seeber und Univ.Prof. Dr. Reinhard Rack in Brüssel. Die ÖVP-Europaparlamentarier nahmen an einem Workshop zum Thema Auto-Abgase und Euro 5 teil, der von führenden Automobilklubs, darunter auch dem ÖAMTC, in Brüssel veranstaltet wurde. "Derzeit gilt die Abgasnorm Euro 4. Um der
Automobilindustrie die nötigen Vorlaufzeiten zu ermöglichen, ist eine möglichst rasche verbindliche Festlegung der künftigen Grenzwerte erforderlich, damit Euro 5 wie vorgesehen spätestens 2011 in Kraft treten kann", betonte Seeber. ****

Bei Fahrzeugen mit Benzinmotoren komme es nach dem derzeitigen Stand der Technik im Wesentlichen darauf an, den
Kraftstoffverbrauch und damit die Kohlendioxidemissionen weiter zu senken. Bei Dieselmotoren müsste hingegen in erster Linie an einer Reduktion der Partikel- und Stickoxidemissionen gearbeitet werden. "Allein in Österreich entfallen derzeit 45 Prozent der Stickstoffemissionen auf den Verkehr, davon fast zwei Drittel auf Lkw. Mit der geltenden Euro 4-Norm ist für Dieselfahrzeuge ein Stickoxid-Grenzwert von 250 mg/km vorgesehen. Für eine spürbare Verbesserung der Luftqualität ist eine weitere Reduktion auf 80 mg/km notwendig", betonte Seeber.

Auch bei den Dieselpartikel-Emissionen sei dringend weiterer Handlungsbedarf gegeben. "Die aktuelle Debatte rund um die Feinstaubbelastung zeigt, wie notwendig eine Verbesserung ist. Mit der existierenden Partikelfilter-Technologie ist es möglich, den derzeit erlaubten Euro 4-Grenzwert von 25 mg/km auf 5 mg/km zu reduzieren", so der steirische Europaparlamentarier Reinhard Rack. Sein Tiroler Kollege Richard Seeber forderte bei der Überprüfung dieser Grenzwerte eine Annäherung an die realistischen Lkw-Fahrbedingungen: "Die Emissionen steigen bei Bergfahrten drastisch an. Gerade auf den so stark befahrenen Transitrouten Österreichs und vor allem Tirols kommt es hier zu massiv veränderten Emissionswerten, die jedoch von den derzeit geltenden Prüfwerten nicht erfasst werden. Realitätsnähere Prüfbedingungen sind daher mit der Einführung von Euro 5 unbedingt notwendig", betonte Seeber.

Generell treten beide Abgeordnete dafür ein, dass im Rahmen der CAFE Strategie (Clean Air for Europe) an einer Verbesserung der Luftreinhaltung weitergearbeitet wird. "Dafür brauchen wir aber ein Gesamtkonzept, das sich nicht allein auf Fahrzeugemissionen beschränkt. Industrieemissionen, Hausbrand, und entstehende Staubbelastung durch Baustellen sind genau zu erfassen, um unseren Bürgern und vor allem den besonders empfindlichen Kindern eine steigende Feinstaubbelastung zu ersparen", sagten Seeber und Rack abschließend.

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