Weltgesundheitstag im Zeichen der Frauen - Prammer fordert Abbau von Selbstbehalten

Wien (SK) Der heutige Weltgesundheitstag wurde von der Weltgesundheitsorganisation WHO unter das Motto "Mutter und Kind -Gesundheit von Anfang an" gestellt. Die SPÖ-Frauenvorsitzende und Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer sieht darin eine globale und eine nationale Herausforderung. So müsse die Förderung von Frauen ein besonderer Schwerpunkt in der Entwicklungszusammenarbeit sein, so Prammer am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Auf nationaler Ebene verlangt Prammer einen Abbau von Selbstbehalten in der Gesundheitsversorgung; denn Selbstbehalte belasten Frauen mehr als andere, was zuletzt vom IHS im Health System Watch auf die Formel "Frauen sind ärmer und auch ärmer dran" gebracht wurde. ****

"Global gesehen, muss es darum gehen, das millionenfache sinnlose Sterben von Frauen und Kindern zu verhindern", sagte Prammer. Jährlich stirbt nach Angaben der WHO eine halbe Million Frauen in der Schwangerschaft oder bei der Entbindung, mehr als zehn Millionen Kinder sterben vor ihrem fünften Geburtstag. Hauptbetroffen sind Frauen und Kinder in den ärmsten Staaten der Erde. Die meisten der Todesfälle könnten mit einer einfachen Basisversorgung verhindert werden. Dazu Prammer: "Die entwickelten Staaten haben hier eine Verantwortung. Die Entwicklungszusammenarbeit muss einen besonderen Schwerpunkt bei der Förderung von Frauen setzen."

Aber auch auf nationaler Ebene gibt es nach Überzeugung von Prammer viel zu tun. "Denn die immer stärker werdende Belastung durch Selbstbehalte betrifft Frauen in besonderem Maß", sagte Prammer. In der aktuellen Ausgabe des Health System Watch (1/2005) des Instituts für höhere Studien (herausgegeben vom Hauptverband) wurde gezeigt, dass Selbstbehalte generell ärmere Menschen mehr als wohlhabende belasten und Frauen mehr als Männer treffen. Das IHS drückt das so aus: "Frauen sind ärmer und auch ärmer dran".

Die Kritik Prammers gilt nun der Frauen- und Gesundheitsministerin Rauch-Kallat. "Leider hat Österreich derzeit eine Frauenpolitik und Gesundheitspolitik, die Frauen mehr als andere Bevölkerungsgruppen in Mitleidenschaft zieht. Der heutige Weltgesundheitstag könnte für Ministerin Rauch-Kallat ein Anlass sein, ihre bisherige Arbeit selbstkritisch zu hinterfragen und zu handeln. Die Bevölkerung wartet darauf", resümierte Prammer. (Schluss) wf

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