"Neues Volksblatt" Kommentar: "Dünnes Eis" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 5. April 2005

Linz (OTS) - Der "Schicksalsparteitag" am 23. April ist obsolet,
die Spaltung der FPÖ perfekt. Jörg Haider hat die von ihm betriebene "Neugründung" durchgesetzt, sich selbst als Obmann inthronisiert. Die zur Übernahme des Chefsessels auf dem FP-Parteitag sonst drohende Kampfabstimmung - samt quantitativer Feststellung der internen Haider-Gegner - wurde umschifft.
Haider & Co begeben sich damit auf dünnes Eis. Dass die in der Wählergunst praktisch aufs Existenzminimum abgesackte FPÖ in gespaltener (bei Wahlgängen also verdoppelter) Form gleich wieder -nun als unbestreitbar regierungsorientierte BZÖ - zu reüssieren vermag, darf bezweifelt werden. Die zu erwartende Folge: Neue Turbulenzen und Unberechenbarkeiten im nun auch lagerintern ausgetragenen Wettlauf um die für den Verbleib im Nationalrat nötigen Wählerstimmen. Womit auch der Koalition das dünne Eis droht. In der Länderkammer, wo die Koalitionsmehrheit bisher nur hauchdünn abgesichert war, könnte es für die Regierung jedenfalls bald ungemütlicher werden. Mit John Gudenus ist ein Mandat schon mit einem dem Strache-Stadler-Lager zuzuordnenden Mann besetzt.

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