KHATAMI FÜR EINE AKTIVERE ROLLE EUROPAS Khol würdigt Engagement Khatamis für Dialog der Zivilisationen

Wien (PK) - In einer besonders herzlichen Atmosphäre fand heute
der Besuch des Präsidenten der Islamischen Republik Iran Seyed Mohammad Khatami bei Nationalratspräsident Andreas Khol statt.

Khol hob die hohe Anerkennung hervor, die der iranischen
Präsident in Österreich und bei seiner Bevölkerung genießt, und würdigte in diesem Zusammenhang dessen Initiativen zu demokratischen Reformen und zur Durchsetzung der Menschenrechte
im Iran, insbesondere was die Rechte der Frauen betrifft. Der Nationalratspräsident dankte seinem Gast auch ausdrücklich für dessen einfühlsame Worte anlässlich des Ablebens von Papst Johannes Paul II. und betonte, wie beeindruckt er sei vom
Engagement Khatamis für den Dialog der Zivilisationen. Dies sei
ein spirituelles Thema von langfristiger Bedeutung, so Khol, und
ein wichtiges Zukunftsprojekt. Dem Iran komme dabei eine führende Rolle zu.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen die aktuellen Probleme um
die Nutzung der Kernenergie, die Lage im Irak, in Palästina und
im Libanon. Präsident Khatami hielt dazu fest, dass er sich eine aktivere Rolle Europas in all diesen Fragen wünsche, weil er
damit die Zuversicht nach rascheren und zufrieden stellenden
Lösung verbinde.

Hinsichtlich der Nuklearfrage unterstrich Khatami die gute Zusammenarbeit mit der internationalen Atomenergiebehörde IAEO
und bekräftigte, dass der Iran keine Produktion von Nuklearwaffen anstrebe. Sein Land habe aber das Recht auf die friedliche
Nutzung der Kernenergie. Er begrüßte die Initiative der Europäer und ließ durchblicken, dass er eine gute Lösung des äußerst komplizierten Problems im Zusammenwirken mit der EU erwarte.

Im Irak sieht der iranische Präsident nach der erfolgten Wahl des Parlamentspräsidenten "einen hellen Horizont". Der Iran habe größtes Interesse an einer demokratischen und unabhängigen irakischen Regierung, die die Interessen aller Gruppierungen wahrnehme. Im isrealisch-palästinisischen Konflikt dürfe es keine einseitigen Lösungen geben, sagte Khatami. Der Iran mische sich nicht in innere Angelegenheiten anderer Länder ein, aber die
Rechte des palästinensischen Volkes müssten anerkannt werden. Was den Libanon betreffe, so sei es Aufgabe aller Länder, eine Katastrophe zu verhindern. Anarchie im Libanon nütze niemandem.

Präsident Khatami und Präsident Khol begrüßten insbesondere den Abschluss des bilateralen Vertrages in Bezug auf
Erdgaslieferungen nach Österreich. Khatami knüpfte daran die Hoffnung, die guten und intensiven wirtschaftlichen Beziehungen
zu Österreich auszubauen, damit Österreich wieder zu einem der größten Wirtschafts- und Handelspartner seines Landes werde. (Schluss)

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