AKNÖ-Staudinger: Schon 12.000 junge Niederösterreicher ohne Arbeit

Arbeitslosigkeit in NÖ steigt dreimal schneller als im Bundesdurchschnitt

Wien (AKNÖ) - "In Niederösterreich gibt es keine Sachsen und Thüringer, die massenhaft freie Arbeitsplätze besetzen und so angeblich die Arbeitslosenstatistik verzerren", kritisierte AKNÖ-Präsident Josef Staudinger die Rechtfertigungsversuche der Bundesregierung über den ungebremsten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Niederösterreich. Besonders alarmierend: Im Jahresvergleich schnellte die Arbeitslosigkeit der Unter-19-Jährigen um 14,3 % in die Höhe, bei den 20- bis 24-Jährigen ist ein Anstieg um 8,1 Prozent festzustellen. Zurzeit suchen 8.437 Jugendliche Arbeit, dazu kommen 3.477 Jugendliche in Schulungen.

Niederösterreichs Arbeitsmarktzahlen weisen noch stärker nach unten als die ohnedies nicht rosigen österreichweiten Daten, stellten die AKNÖ-Experten in einer ersten Analyse mit Besorgnis fest. In Österreich stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem März des Vorjahres um 2,0 Prozent, in Niederösterreich um 6,5 Prozent. "Mehr als die Hälfte der zusätzlich gemeldeten Arbeitsuchenden kommen bereits aus Niederösterreich, nämlich 2.888 von 5.439", stellte Arbeitsmarktexperte Adi Buxbaum fest. Während in 4 Bundesländern die Arbeitslosigkeit zurückgeht, gibt es in Niederösterreich nur im Bezirk Tulln einen vergleichbaren Rückgang. In allen anderen Bezirken gibt es mehr Arbeitsuchende als je zuvor. Besonders betroffen waren im März die Bezirke Zwettl mit + 19,7 %, Bruck an der Leitha mit + 19,4 %, Gmünd mit + 18,6 %, Korneuburg mit + 16,0 %, Melk mit + 12,3 %, Gänserndorf mit + 10,9 % und Schwechat mit + 10,3 %. AKNÖ-Experte Buxbaum: "Das ist nicht nur auf den verspäteten Saisonbeginn in der Bauwirtschaft zurückzuführen. Diese dramatischen Zahlen zeigen die Fehler der Wirtschaftspolitik und die Auswirkung der Pensionsreform auf." Die von der Regierung als Pensionssicherungsreform bezeichnete Verlängerung der Lebensarbeitszeit entpuppt sich als Arbeitsplatzverhinderungsreform für Jugendliche bis 25, die immer schwerer in geregelten Arbeitsverhältnissen Fuß fassen können.
In Niederösterreich fehlen mindestens 60.000 Arbeitsplätze: 47.325 Arbeitnehmer sind arbeitslos gemeldet, 8.373 vorübergehend in Schulungen untergebracht, 752 Schulabgänger stehen ohne Lehrstelle da und 4.420 ältere Arbeitnehmer beziehen vom AMS einen Pensionsvorschuss, ohne zu wissen, ob ihr Pensionsantrag Erfolg haben wird oder sie wieder in die Arbeitslosigkeit zurück geschickt werden.

AKNÖ-Präsident Josef Staudinger: "Alle Hoffnung muss man jetzt in die soeben angelaufene Bildungsförderung setzen, denn die Konjunkturaussichten sind zu schlecht, um genügend neue Arbeitsplätze entstehen zu lassen." Im Rahmen der neuen Bildungsförderung in Kooperation mit Land, AMS und den Sozialpartnern werden berufsbezogene Weiterbildungskurse mit 50 Prozent gefördert. Über 45-Jährige können sogar mit einem Zuschuss von 80 Prozent der Kurskosten rechnen.

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