Wiener Grüne fordern Rehabilitation von Wehrmachts-Deserteuren

Wien (OTS) - Im Rahmen einer feierlichen Sitzung des Wiener Grünen Klubs im Festsaal des Alten Rathaus aus Anlass des Gedenkjahres 2005 am Montag forderte Stadtrat David Ellensohn die Rehabilitation von österreichischen Wehrmachts-Deserteuren. Es sei "schändlich", dass Österreich als einziges Land noch immer nicht die Urteile der seinerzeitigen NS-Militärjustiz aufgehoben habe, betonte Ellensohn. Gleichzeitig erinnerte er an die seines Erachtens problematische Haltung der Stadt Wien hinsichtlich ihrer Ehrengräber. Am Beispiel des zwischenzeitlich aberkannten Ehrengrabes für den NS-Flieger Walter Nowotny warf er der Stadtregierung "mangelnden Mut zum nächsten Schritt" vor, der darin bestehen müsse, entweder die Gebeine Nowotnys aus dem Ehrengräber-Bereich zu verlegen oder mittels einer Tafel auf die Geschichte dieses speziellen Grabes, mitsamt seiner 2003 erfolgten Aberkennung, hinzuweisen. Weiters fordert er dazu auf, dass der im Dezember 2003 fertig gestellte Bericht der Ehrengräber-Kommission veröffentlicht und debattiert gehöre.

Klubobfrau GR Mag. Maria Vassilakou erinnerte in ihrer zuvor erfolgten Begrüßung daran, dass man aufpassen müsse, im Rahmen des begonnenen Gedenkjahres nicht die Klischees, wie etwa der "Stunde Null" oder der "satten Erfolgsstory der Zweiten Republik" zu tradieren, sondern ein kritische Bestandsaufnahme der Geschichte wie auch der Gegenwart vorzunehmen. Ein weiterer Teil der Klubsitzung hatte einen Vortrag von der neuen Leiterin des Dokumentationsarchives des österreichischen Widerstandes, Dr. Brigitte Bailer-Galanda, zum Inhalt.

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