Edlinger: Hohe Inflationsprognose erfordert Pensionsanpassung

8 Prozent realer Einkommensverlust für PensionistInnen seit 2000

Wien (SPW) "Der von den Wirtschaftsforschern am Freitag prognostizierte Anstieg der Jahresinflation auf 2,5 Prozent im heurigen Jahr erfordert eine rasche Pensionsanpassung. Die niedrige Pensionsanpassung von nur 10 Euro monatlich im heurigen Jahr deckt die hohen allgemeinen Preissteigerungen überhaupt nicht ab. Der Pensionistenverband Österreich verlangt dringend eine Wertanpassung der Pensionen, die zumindest die Inflation abdeckt", betonte der Vizepräsident des Pensionistenverbandes Österreich und Wiener Landesvorsitzende, BM a.D. Rudolf EDLINGER am Samstag.****

"Diese Wertanpassung ist von der derzeitigen Bundesregierung seit dem Jahr 2000 versprochen, aber noch kein einziges Mal durchgeführt worden. Die Pensionen haben dadurch innerhalb von nur fünf Jahren real bereits acht Prozent an Wert verloren", kritisiert Edlinger.

Die hohe Inflation, die in den letzten Monaten sogar Werte um 3 Prozent erreicht hat, trifft besonders die älteren Menschen stark. Das WIFO bestätigte, dass vor allem die Preise für Energie und Mieten maßgeblich zu einer "weiteren Beschleunigung der Inflation" beitragen. Und gerade kleine Einkommen werden durch die stark gestiegenen Wohnungsmieten und Betriebskosten, die hohen Heizölpreise, aber auch die gestiegenen Lebensmittelpreise stark belastet. Auch das Wenige Ersparte wird durch die Inflation aufgefressen, da die Sparbuchzinsen sehr niedrig sind, stellt Edlinger fest.

"Die Bundesregierung muss dringend etwas gegen die hohe Inflation und die ständige Belastung kleiner Einkommen unternehmen. Das Mindeste, was wir verlangen, ist ein sofortiger Pensions-Nachschlag von 15 Euro monatlich für Pensionen unter 1.000 Euro und eine Anhebung des Ausgleichszulagenrichtsatzes auf 678 Euro monatlich. Absolut notwendig wäre außerdem eine steuerliche Entlastung der kleinen Pensionen durch die Schaffung des Pensionistenabsetzbetrages als Negativsteuer, eine Maßnahme, die auch nachträglich wirksam gemacht werden könnte", so Edlinger.

"Der neueste Sozialbericht beweist, dass ältere Menschen überdurchschnittlich oft von Armut oder Armutsgefährdung betroffen sind. Jeder sechste Pensionist in Österreich ist arm oder armutsgefährdet. Der Ausgleichszulagenrichtsatz liegt um rund 100 Euro unter der Armutsgrenze. Wenn die Bundesregierung weiterhin durch ihre Politik die Kaufkraft von zwei Millionen älteren Menschen schwächt, dann schwächt sie damit auch die Wirtschaft und Beschäftigung in Österreich. Das Fehlen einer starken Inlandsnachfrage ist eine Ursache für die schwache Konjunktur und hohe Arbeitslosigkeit in Österreich. Die Einkommen der PensionistInnen zu stärken, ist daher eine sozial- und auch wirtschaftspolitisch sinnvolle und auch notwendige Maßnahme", erklärt der frühere Finanzminister abschließend. (Schluss)

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