Neues Volksblatt" Kommentar: "Äquidistanz" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 30. März 2005

Linz (OTS) - Der Tiroler Diözesanbischof Manfred Scheuer steht zur Kritik, die in der Innsbrucker Kirchenzeitung an der Haltung von SPÖ und Grünen in der Abtreibungsfrage geübt worden war. Die katholische Kirche habe hier das Recht sich einzumischen, so der Bischof. Auch in der Erzdiözese Salzburg mischt man sich in diesen Tagen in die Abtreibungsfrage und damit in das dort derzeit brisanteste Thema ein. Bekanntlich hat die sozialistische Landeshauptfrau durchgesetzt, dass am Landeskrankenhaus abgetrieben werden kann. Eingemischt hat sich die Kirche aber auch in einer ganz anderen Frage, nämlich der Schuldebatte - und dabei zum Schulterschluss zwischen Kardinal Christoph Schönborn und Alfred Gusenbauer gefunden. Die SPÖ-Sympathisanten wird es ideologisch nicht besonders ankränkeln, parallel Verbündeter und Gegner der Kirche zu sein. Schon eher Probleme mit dieser Gleichzeitigkeit von Akzeptanz und Diskrepanz könnten da so manche im Kirchenvolk bekommen. Zumindest könnten sie die Frage stellen, ob die selbst auferlegte Äquidistanz zu den Parteien unterschiedlich strikt ausgelegt werden kann.

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